Abuja - Die nigerianische Regierung will einer zum Tode durch Steinigung verurteilten Frau vor Gericht beistehen. Es gebe keinen "Grund für Alarm", sagte der stellvertretende Justizminister Musa Elayo am Dienstag. Anwälte der Regierung würde die Verteidigung der 30-jährigen Amina Lawal, die Berufung eingelegt hat, in der nächsten Instanz übernehmen. Am Montag hatte ein islamisches Berufungsgericht im nördlichen Funtua das Urteil gegen Lawal vom Jänner bestätigt: Sie soll gesteinigt werden, weil sie durch eine außereheliche sexuelle Beziehung nach islamischem Recht Ehebruch begangen und schwanger geworden war. Funtua sei nicht die letzte Instanz, es gebe noch drei weitere, betonte Elayo."Unfaire" Scharia Ein hochrangiger Berater von Präsident Olusegun Obasanjo bezeichnete die Scharia unterdessen als unfair und als Bruch der Menschenrechte. Obasanjo selbst äußerte sich bisher nicht zu dem Fall, der international scharf kritisiert wurde. Gegen den Widerstand der Regierung hatten in den vergangenen zwei Jahren zwölf Bundesstaaten die Scharia, das islamische Recht, wieder eingeführt. Laut Scharia ist Lawal des Ehebruchs schuldig, weil sie nach ihrer Scheidung schwanger wurde. Vor Gericht hatte sie angegeben, dass ihr Freund Yahaya Mahmud sie mit einem Heiratsantrag verführt habe. Mahmud wurde freigesprochen, nachdem er auf den Koran geschworen hatte, nicht der Vater des Kindes zu sein. In einem ähnlichen Fall von Ehebruch hatte im März ein Gericht die 35-jährige Safiya Husaini freigesprochen. Damals konnten die Anwälte allerdings Verfahrensfehler geltend machen.(APA)