Wolkenbruch über Südbahnhof bedingte längeren Bremsweg für "Wiesel" der ÖBB Wien - Mit Schritttempo in den Prellbock gedonnert ist Mittwochfrüh ein ÖBB-Zug am Wiener Südbahnhof.Bei dem Aufprall kamen rund 150 Fahrgäste im Inneren der Waggons zu Fall. Sie hatten sich bereits Richtung Türen begeben, um am Zielort auszusteigen. Einige Passagiere erlitten Knochenbrüche und Prellungen. Insgesamt mussten, nach Angaben von ÖBB und Rettung, 23 Verletzte versorgt werden. Sie wurden in drei Spitäler gebracht. Der Lokführer blieb unverletzt. Für den Aufprall wird das Regenwetter verantwortlich gemacht. In der Früh ging ein Wolkenbruch über dem Bahnhofsgebiet nieder, die Schienen waren tropfnass, daher hat sich der Bremsweg für das einfahrende "Wiesel", eine der im Pendelverkehr genutzten, doppelstöckigen Zuggarnituren, um einige Meter verlängert. Bremsversagen ausgeschlossen Eine ÖBB-Sprecherin schloss Bremsversagen als Ursache für den Aufprall definitiv aus. Die Zugführer seien aber angewiesen, möglichst nah an die Prellböcke heranzurollen, um für die Fahrgäste Wege zu verkürzen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand geht man davon aus, dass der Zugführer den Bremsweg für eine trockene Strecke berechnet hat. Das Bremsmanöver dürfte bereits eingeleitet gewesen sein, als der Regen plötzlich niederging, heißt es bei den ÖBB. Das tonnenschwere "Wiesel" rutschte daher im Schritttempo gegen den Prellbock. Für Verletzte und ihre Angehörigen wurde bei der Wiener Rettung eine Hotline eingerichtet. (aw/DER STANDARD, Printausgabe 22.08.2002)