Berlin - Der Deutsche Kulturrat hat einen Krisenstab zur Rettung der durch die Flutkatastrophe beschädigten Kulturgüter gefordert. Diese Rolle sollte die Kulturstiftung des Bundes in Halle übernehmen, sagte der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmerman, am Mittwoch in Berlin. "Angesichts dieser nationalen Tragödie brauchen wir einen Krisenmanager", meinte er. Ein Streit über die Kulturhoheit sei jetzt unangebracht. Die künstlerische Direktorin der Bundeskulturstiftung, Hortensia Völckers, kündigte eine Hilfe von zwei Millionen Euro für die Restaurierung beschädigter Kunst an. Die Hilfe solle neben den "Kulturleuchttürmen" auch kleineren Museen und Bibliotheken zu Gute kommen. Die Stiftung warte jetzt auf eine Prioritätenliste der betroffenen Länder. Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hatte bereits Hilfen des Bundes in Höhe von drei Millionen Euro angekündigt. Bei der Rettung der Kulturgüter wollen Bund und Länder an einem Strang ziehen. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Bundeskulturstiftung und die Kulturstiftung der Länder zu Spenden aufgerufen, allerdings auf getrennten Konten. Mit der Soforthilfe sollten die beschädigten Kulturstätten ihren Betrieb so schnell wie möglich aufnehmen können. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände wurden auch zahlreiche Stadtbibliotheken in den überfluteten Orten beschädigt. Weit mehr als 250.000 Bücher und CDs wurden von den Wassermassen vernichtet. Allein in Grimma habe die Flut alle 10.000 Bücher der Stadtbibliothek zerstört. (APA/dpa)