Wien - Ein kleines Grätzel mit drei Großbaustellen ist derzeit der Flecken Erde rund um die Urania. Schon im Vorjahr war dort eine Dauerbaustelle samt Dauerstau, weil die Jugendstil-Radetzkybrücke komplett saniert worden war. Die jetzigen Bauarbeiten beeinträchtigen den Verkehr nur indirekt.Zwei der Riesenbaustellen verstecken sich hinter großflächigen Bau- und Werbeplanen: Auf der Innenseite des Rings lässt die Bawag-Versicherung ihre Besitztümer frisch herausputzen. Im Haus Julius-Raab-Platz 3 wurde das Dachgeschoß abgetragen, um selbiges wieder errichten zu können. Gäste des Hotels im Haus suchen sich derzeit den Weg zwischen Gerüst und Scheibtruhe ins Innere. Genau gegenüber steht die Urania noch als Gerippe am Donaukanal. Aber dort ist ein Bauende abzusehen, bis Ende des Jahres wird die "funktionale Fertigstellung" des Baus geschafft, heißt es im Stadterneuerungsressort, bis 2003 wird die Fassade saniert. Die Kurse der Volkshochschule werden im Herbst jedenfalls in der Urania stattfinden können, wird versichert. Nicht stören von den dröhnenden Bauarbeiten lassen sich Kasperl und der Drache im Puppentheater. Die liefern sich schon seit Monaten wieder ihre Scharmützel in der Urania. 13,08 Millionen Euro kostet die Sanierung des Jahrhundertwendebaus. Und nochmals gegenüber, auf der anderen Seite des Donaukanals, klafft derzeit ein Riesenloch. Darin wird gewerkt, um das Fundament für den Tower der Uniqa-Versicherung zu betonieren. Das ellipsenförmige Verwaltungsgebäude an der Aspernbrückengasse wird mit Glas und Stahl einundzwanzig Stockwerke hochgezogen. Architekt Heinz Neumann will mit dem Bau das Versicherungsunternehmen "als Wahrzeichen in der Donaukanal-Silhouette" verewigt wissen. (DER STANDARD, Printausgabe 22.08.2002)