ÖGB zu Hartz-Plan: Kein Modell für Österreich Eigenständiger Weg muss weiterentwickelt werden Wien (ÖGB). "Wir müssen unseren eigenständigen Weg weiterentwickeln. Der Hartz-Plan ist kein Modell für Österreich", stellte der Leitende Sekretär des ÖGB, Dr. Richard Leutner, zu den Plänen der sogenannten Hartz-Kommission in Deutschland fest. Um die Situation auf dem österreichischen Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern, so Leutner, sei ein Paket aus wirtschaftlichen, steuerlichen und bildungspolitischen Maßnahmen notwendig.++++ Trotz der dramatischen Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten stehe Österreich im Gegensatz zu Deutschland viel besser da, erklärt der Leitende Sekretär des ÖGB. Aber auch in den Detailfragen bestünden entscheidende Unterschiede zu unserem Nachbarn. So betrage die durchschnittliche Vermittlungsdauer in Deutschland aktuell 33 Wochen, in Österreich 15 Wochen. Was die Kooperation mit privaten Arbeitsvermittlern betreffe meint Leutner: "Das gibt es bei uns bereits. Eine weitere Intensivierung wäre kontraproduktiv. Ausßerdem müssten die Privaten Vermittler in diesem Fall ihr Vermittlungsnetz bekannt geben. Dazu sind sie aber bislang nicht bereit." In Österreich seien auch die Bedingungen für Zeitarbeit bzw. Arbeitskräfteverleih klarer und einfacher geregelt. Seit März 2002 gibt es auch für die ArbeiterInnen einen eigenen Kollektivvertrag. Und die Gründung eigener Argenturen durch das AMS wäre mit enormen Administrationskosten verbunden. Mehr kosten als nützen würde auch der Kombilohn. Leutner: "Um eine wirksame Entlastung des Arbeitsmarktes zu erreichen müssten 73.000 Euro pro Jahr und pro Person ausgegeben werden. Das ist kaum zu finanzieren. Auch hier sollten wir beim österreichischen Weg der Einstellungsbeihilfen für Menschen mit sogenannten Vermittlungshindernissen bleiben." Eine Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen lehnt der Leitende Sekretär des ÖGB ab. Leutner: "Wir haben hier bereits sehr restriktive Bestimmungen. Der beste Beweis dafür sind die Zigtausend Sperren des Arbeitslosengeldes jedes Jahr." Eine Verbesserung der Vermittlung müsse vielmehr mit dem Recht auf Weiterbildung erreicht werden.(ff) ÖGB, 16. August 2002 Nr. 652 Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit Franz Fischill Tel. (++43-1) 534 44/510 DW oder 0699- 1942 08 74 Fax.: (++43-1) 533 52 93 http://www.oegb.or.at