Die Swisscom hat im ersten Halbjahr 2002 einen massiven Gewinneinbruch verzeichnet. Das Nettoergebnis schrumpfte von 5,358 Mrd. Franken (3,65 Mrd. Euro) im Vorjahr auf 780 Mio. Franken (531,3 Mio. Euro). Auch das Betriebsergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) war mit einem Minus von 0,5 Prozent leicht rückläufig und betrug 2,268 Mrd. Franken (1,54 Mrd. Euro). In den Sparten Geschäftskunden und IT Services bekam das Unternehmen die mangelnde Investitionstätigkeit der Branche zu spüren. Dort werden 450 Stellen gestrichen, wie die Swisscom mitteilte. Leichtes Umsatzwachstum Der Nettoumsatz der Swisscom konnte in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nur geringfügig um 1,7 Prozent auf 7,1 Mrd. Franken (4,84 Mrd. Euro) erhöht werden. Im Zusammenhang mit dem Einbruch des Reingewinns wies die Swisscom auf die im Vorjahr generierten Gewinne durch die Veräusserung von 25 Prozent der Swisscom Mobile AG an Vodafone und den Verkauf von Immobilien hin. Für das gesamte Geschäftsjahr erwartet das Telekomunternehmen unverändert ein leichtes Umsatzwachstum und strebt ein EBITDA in der Höhe des Vorjahres an. 2001 hatte die Swisscom einen Umsatz von 14,2 Mrd. Franken (9,67 Mrd. Euro) und ein EBITDA von 4,41 Mrd. Franken (3,0 Mrd. Euro) erzielt. Problemem im Geschäftskundensegment Die größten Schwierigkeiten hätten sich im Geschäftskundensegment ergeben. Die nur noch mit grosser Zurückhaltung getätigten Investitionen in die Bereiche IT sowie Telekomausrüstungen und -lösungen würden eine Restrukturierung der Ausrüstungstochter Swisscom Systems nötig machen. Längerfristig sollen bis zu 400 Stellen abgebaut werden, um das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen zu führen. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit dem Verwaltungsrat über die künftige Ausrichtung wird der bisherige Systems-Chef Werner Steiner per sofort abgelöst und durch Rene Fischer ersetzt. Steiner scheidet aus der Swisscom-Gruppe aus, hiess es weiter. Bei der im IT-Bereich tätigen Swisscom IT Services AG soll der Stellenbestand zudem um 50 Arbeitsplätze reduziert werden, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Der Stellenabbau sei Teil der bereits im März 2000 angekündigten Verringerung des Personalbestandes um insgesamt 3.000 Stellen. (pte)