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Silvio Berlusconi: Premier, Medien-Multi und Milan-Ehrenpräsident

Foto: Reuters/Rellandini
Rom - Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi hat die Profi-Fußballklubs zu einer strengen Sparpolitik aufgerufen. Die schwer verschuldeten Vereine hatten in dieser Woche finanzielle Unterstützung von der Regierung in Rom gefordert. "Im Fussball haben wir alle Fehler begangen. Nun ist die Zeit für eine Kehrtwende gekommen. Wir müssen wieder zum Ursprung des Sports zurückfinden, den wir verloren haben. Im Fußball haben wir Exzesse erreicht, die moralisch nicht mehr akzeptabel sind", sagte Berlusconi, der Ehrenpräsident des Erstligisten AC Milan, nach italienischen Medienberichten vom Samstag. Berlusconi versprach, dass sich Sportminister Giuliano Urbani aktiv für eine Lösung im Streit zwischen Fußballliga und dem Staatsfernsehen RAI über die TV-Übertragungsrechte einsetzen werde. Die Divergenzen über den Preis der frei empfangbaren TV-Übertragungsrechte hatten zu einer zweiwöchigen Verschiebung des Saisonsbeginns geführt. Die Meisterschaft sollte am 15. September starten. Forderungskatalog der Liga Von der Regierung verlangt die Fussballliga nicht nur eine Steuersenkung für die gefährdeten Klubs, sondern auch Darlehen für die Renovierung der Stadien sowie einen verschärften Einsatz gegen "Digitalpiraten", die die Smart Cards der Pay-TV-Sender fälschen und dem Bezahlfernsehen, das die TV-Meisterschaftsspiele sendet, Verluste in Millionenhöhe zufügen. Die Forderungen der Liga lösten eine scharfe Polemik in Italien aus. "Wir sind keine Fürsorgeanstalt für Fußballspieler und geben Millionären keine Almosen. Die Liga will den Italienern die frei empfangbaren Fußballsendungen wegnehmen, um die Bezahlsender zu fördern. Und dies auf Kosten der Fans, die das Pay TV nicht zahlen können", betonte der für das Staatsfernsehen RAI zuständige Telekommunikationsminister Maurizio Gasparri. (APA)