Um das erste TV-Duell zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber auf RTL und Sat.1 gibt es Streit. Schröder will seinem Herausforderer beim TV-Auftritt am Sonntag bei der Beantwortung der ersten Journalistenfrage den Vortritt überlassen, sagte ein Sprecher des Bundespresseamtes am Donnerstag in Berlin. Das habe Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye in einem Brief an Claus Larass, Vorstandsmitglied der ProSiebenSat.1 Media AG, mitgeteilt. Zuvor war vereinbart worden, das Los entscheiden zu lassen. "Politik ist kein Glücksspiel" Unions-Wahlkampfmanager Michael Spreng wies darauf hin, dass beide Seiten sich auf dieses Verfahren geeinigt hätten. Das Losverfahren sei eine international anerkannte Regelung, strittige Fragen fair und gerecht zu lösen, erklärte Spreng. In dem Schreiben habe Heye darauf hingewiesen, dass er dieses Verfahren für unangemessen halte, sagte der Sprecher des Bundespresseamtes. "Politik ist kein Glücksspiel", zitierte er aus dem Brief. In mehrstündigen Verhandlungen hatten sich die Delegationen von SPD und Union auf die Ausgestaltung des ersten TV-Duells vor der Bundestagswahl am 22. September geeinigt. Demnach kann der, der als zweiter antwortet, auch die 90-sekündige Schlusserklärung abgeben. (APA/AP)