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reuters/bieniek

Wien - Nach dem massiven Einstieg der US-Kaffeehauskette Starbucks in Österreich schlägt der heimische Traditionsröster Meinl quasi zurück und eröffnet in Chikago Mitte September ein Wiener Kaffeehaus.

Einer wird indessen ob dieser Pläne bleich: Der berühmte "Meinl-Mohr", seit 1924 das Logo des Wiener Traditionsunternehmens, erblasst in den USA auf helles Kaffeebraun – "Wir wollten politisch korrekt sein", wird der Verantwortliche für das Projekt, Thomas Meinl, Bruder von Julius IV., auf www.meinl.com zitiert.

Die Einrichtung des ersten Cafés namens Meinl ("pronounced my'nl") außerhalb Europas stammt von der österreichischen Firma Lorenz & Co, einem Spezialisten für Kaffeehaus-Interieur. Die Möbel werden in Österreich gefertigt und dann nach Chikago verschifft. Auch der Kaffee wird hierzulande geröstet und vakuumverpackt in die USA transportiert. Der Kaffee soll nicht nur auf Silbertabletts mit Wasserglas, sondern auch in Pappbechern zum Mitnehmen angeboten werden.

Clusterbildung

Thomas Meinl denke laut Firmenhomepage bereits darüber nach, einen "Kaffee- Cluster rund um Chikago" zu errichten. Sollte sich das Konzept bewähren, werde man es auf "andere US-Städte ausdehnen". Derzeit ist Meinl mit Kaffeeröstereien in Österreich, Italien, der Slowakei und Slowenien vertreten und betreibt eine Marmeladenfabrik sowie den Gourmetmarkt am Wiener Graben (mit dem Mohren monochrom in Gold). (Robert Zwickelsdorfer/DER STANDARD, Printausgabe, 23.8.2002)