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Xiangyin - Die Hochwassergefahr am chinesischen Dongting-See (Provinz Hunan) nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an: Bis zum Freitag wurden mehr als 600.000 Menschen rund um den See in Sicherheit gebracht. Im Kampf gegen die Fluten dürfe sich das Land nun "keinen einzigen Fehler erlauben", sagte am Freitag der stellvertretende Regierungschef Wen Jiabao. Ein Helfer verglich den See mit einem mit Wasser gefüllten Ballon, der zu platzen droht. In Chenglingji, wo sich der Dongting-See und der Jangtse treffen, betrug der Pegelstand am Freitag 34,75 Meter, das sind drei Meter über der kritischen Marke. In der Industriestadt Wuhan trafen die Behörden Vorbereitungen für einen starken Anstieg des Jangtse-Flusses, auch Teile der Provinzhauptstadt Changsha sind schon überschwemmt. Auch an den Flüssen Xiang und Bai-shui stieg das Wasser bedrohlich an. Ab dem Wochenende wurde im Fall anhaltend guten Wetters ein Absinken des Pegels des 2800 Quadratkilometer großen Sees erwartet. "Das Hochwasser am Dongting-See ist eine direkte Folge der Entwaldung und der über-mäßigen Landwirtschaft an den Flüssen", sagt die Umweltschützerin Dai Qing. Vor 150 Jahren sei der Dongting noch mehr als doppelt so groß gewesen. Die schlimmsten Umweltsünden seien dabei seit der Machtübernahme der Kommunisten 1949 begangen worden, kritisierte Dai. Um Überschwemmungskatastrophen langfristig zu verhindern, müssten massive Aufforstungen betrieben und Menschen in sichere Gegenden umgesiedelt werden. Bisher sind im heurigen Jahr durch Hochwasserkatastrophen in China bereits rund 900 Menschen ums Leben gekommen. (DER STANDARD, Printausgabe 24./25.08.2002)