Alpbach - Die heimischen Klein- und Mittelbetriebe haben eine deutlich höhere Zahlungsmoral als große Konzerne, ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts market im Auftrag der Wirtschaftskammer. Sehr gut werden Klein- und Mittelbetriebe (KMU) beurteilt (85 Prozent), schlechter schneiden dagegen internationale Konzerne ab. Nur 34 Prozent attestieren ihnen gute Moral.

Eine knappe Mehrheit beklagt eine generelle Verschlechterung der heimischen Geschäftsmoral in den vergangenen Jahren, nur neun Prozent orten eine Verbesserung. Neben der Differenzierung zwischen KMU und Multis gibt es weitere Unterschiede: Während 66 Prozent der Befragten der Wirtschaft allgemein ein gutes Moralzeugnis ausstellen, tun dies bei Bank- und Kreditwesen sowie beim Handel 59 Prozent.

Der Erfahrung nach werden Spielräume von Unternehmen, die zwar gesetzlich erlaubt, moralisch aber bedenklich sind, mehrheitlich genützt.
Bei Fragen nach konkreten Normverstößen zeigt sich, dass eine Notlüge beim Geschäftspartner von 62 Prozent toleriert wird. Mehr als ein Drittel (39 Prozent) hält es für vertretbar, wenn Einkünfte nicht an das Finanzamt gemeldet werden. Bei Verstößen gegen Umweltauflagen zeigten 27 Prozent der Befragten Verständnis. Jeder Zehnte duldet laut Umfrage das Nichtabgelten von Überstunden seiner Mitarbeiter. Neun Prozent halten die Beschäftigung unangemeldeter Mitarbeiter für vertretbar, ein ebenso hoher Anteil tolerieren eine Entlohnung unter dem Kollektivvertrag. Das Handeln mit Produkten aus Kinderarbeit verteidigen acht Prozent, Schmiergeldzahlungen und Bilanzfälschungen halten ebenso viele heimische Unternehmer für nicht so schlimm. (APA)