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Ein georgischer Soldat auf einem Überwachungsposten im Pankisi-Tal

Foto: EPA/ Anatoly Maltsev
Tiflis/Moskau/Las Cruces - Georgische Truppen haben mit dem Einmarsch in das Pankisi-Tal an der Grenze zu Tschetschenien begonnen. Die etwa tausend Soldaten des Innenministeriums nehmen nach Angaben aus Regierungskreisen an einer "Operation gegen Kriminelle" im Pankisi-Tal teil, wo sich tschetschenische Rebellen aufhalten. Soldaten des Innenministeriums würden derzeit in das schwer zugängliche Tal vordringen, teilte ein Sprecher des Ministeriums am Sonntag in der Hauptstadt Tiflis mit. Auch 1500 Soldaten des Verteidigungsministeriums sollten möglicherweise in die Region verlegt werden. Die Vorbereitungen für eine Polizeiaktion in der Region waren bereits am Samstag angelaufen. Zuvor hatten die Rebellen im Pankisi- Tal mitgeteilt, 250 von ihnen bereiteten sich auf ihre Rückkehr nach Tschetschenien vor. Moderate US-Kritik Die USA haben Russland wegen der Luftangriffe auf Territorium des Nachbarstaats Georgien kritisiert. Diese Verletzung der Souveränität könnte die Spannungen im Kaukasus noch verstärken, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, am Samstag. US-Außerminister Powell habe seinem russischen Kollegen Iwanow seine Besorgnis zum Ausdruck gebracht. Die Kritik der USA bedeute jedoch keine Verschlechterung in den Beziehungen zu Moskau. Die USA bilden auf Wunsch der Regierung in Tiflis georgische Soldaten aus und unterstützen die Moderniesierung der Armee des Landes. Die USA vermuten, dass das Pankisi-Tal militanten Islamisten als Unterschlupf dient. Die russische Luftwaffe flog am Freitag nach Angaben der georgischen Regierung erneut Bombenangriffe gegen das auch von tschetschenischen Flüchtlingen bewohnte Pankisi-Tal in Georgien. Dabei seien drei Menschen getötet und sieben verletzt worden. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bestätigten die Angriffe offiziell, während das russische Militär die Berichte über Luftraumverletzungen dementierte. Moskau wirft im Gegenzug Georgien Untätigkeit im Kampf gegen den Terrorismus vor. Acht Grenzsoldaten tot Acht russische Grenzsoldaten sind am Samstag nach Behördenangaben an der Grenze zu Georgien tot aufgefunden worden. Von zwei weiteren Mann des Grenzpostens Sasada zwischen der russischen Teilrepublik Inguschetien und Georgien fehle jede Spur, teilte der Grenzschutz in Moskau mit. Angaben darüber, wie die Soldaten getötet worden waren, wurden zunächst nicht gemacht. Die Besatzung hatte den Grenzposten im Kaukasus-Hochgebirge erst am Freitagabend bezogen. In der Bergregion wechseln tschetschenische Rebellen zwischen Russland und Georgien hin und her. Russland hatte Georgien wiederholt vorgeworfen, völlig unzureichend gegen grenzüberschreitend operierende tschetschenische Rebellen vorzugehen. "Die Terroristen müssen ausgeschaltet, entwaffnet und an die russische Seite ausgehändigt werden", forderte das russische Außenministerium am Samstag. Georgien müsse die Rebellen in dem Pankisi-Tal an der Grenze zu Russland wesentlich stärker bekämpfen. Georgien hatte am Freitag Russland vorgeworfen, in der Nähe des Tals einen Luftangriff geflogen zu haben, bei dem ein Mann getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden seien. Russland hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Neuntes Opfer in Moskau Die Zahl der Toten des Explosionsunglücks zu Wochenbeginn in Moskau stieg mittlerweile auf neun. Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS meldete, erlag eine 48-jährige Frau in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Am vergangenen Montag war ein fünfstöckiges Wohnhaus in der russischen Hauptstadt explodiert und teilweise eingestürzt. Als Ursache gilt eine undichte Gasleitung, der Verdacht auf einen terroristischen Hintergrund erhärtete sich nicht.(APA/dpa/Reuters)