Berlin - Der Wirtschaftsweise Bert Rürup zieht das Finanzierungskonzept der Bundesregierung zur Behebung der Hochwasserschäden dem der Opposition vor. Die Verschiebung der Steuerreform sei das "kleinere Übel" im Vergleich zum Vorschlag der Union, Bundesbankgewinne zu verwenden, sagte Rürup am Freitag im DeutschlandRadio Berlin. Dass die Steuersenkung vorerst ausbleibe, werde sich kurzfristig sogar positiv auf die Konjunktur auswirken. Die vorgesehene Erhöhung der Körperschaftssteuer sei hingegen eine "optische Sache" und ein "soziales Feigenblatt". Nach Ansicht von Rürup wären potenzielle Ersparnisse durch die zweite Stufe der Steuerreform eher zurückgelegt als ausgegeben worden. Jetzt fließe das Geld hingegen voll in den Aufbau Ostdeutschlands und würde so einen starken Konsumschub auslösen. Bundesbankgewinne für die Hochwasser-Hilfe anstatt zur Schuldentilgung zu verwenden, würde hingegen die Staatsverschuldung heraufsetzen. Das würde zu einem höheren Zinsendienst führen, kritisierte Rürup den Vorschlag der Union. (APA)