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Foto: EPA/Tarik Tinazay
Istanbul - Die Türkei benötigt nach den Worten ihres früheren Wirtschaftsministers Kemal Dervis in den nächsten Jahren weitere Unterstützung des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Die Türkei benötigt IWF-Unterstützung für zwei bis drei Jahre", sagte Dervis am Donnerstagabend in einem Fernsehinterview. Näher ließ er sich dazu nicht aus. Dervis hatte im Februar ein Hilfsabkommen über 16 Mrd. Dollar (16,4 Mrd. Euro) mit dem IWF vereinbart. Analysten gingen davon aus, dass das Land im kommenden Jahr wahrscheinlich neue Kredite benötigen wird. Die Parlamentswahlen am 3. November, ein möglicher Krieg mit dem Irak und ein volatiler inländischer Rentenmarkt machten es aber schwer zu sagen, wie viel Geld benötigt werde und von wem, hieß es. Dervis schloss für sich eine Zusammenarbeit mit der national-religiösen Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in einer Regierungskoalition nicht aus. Die AKP genießt laut Umfragen derzeit den größten Zuspruch unter den Wählern. Zweitstärkste Kraft ist demnach die CHP, der Dervis am Freitag offiziell beitrat. Unter Hinweis auf die Schuldenlast und die Wirtschaftsprobleme des Landes sagte Dervis jedoch, zu deren Bewältigung müsse eine Koalition gebildet werden, die eine "gemeinsame Sicht der Dinge" habe. "Solange es keine Harmonie in der Regierung gibt, kann ich die Verantwortung für die Wirtschaft nicht übernehmen", sagte er im Fernsehen. Die türkischen Finanzmärkte hoffen darauf, dass der 53-Jährige, der früher bei der Weltbank gearbeitet hat, nach der Wahl wieder Wirtschaftsminister wird.(APA/Reuters)