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Chavez-Anhänger bei einer Großkundgebung in der Hauptstadt Caracas.

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Caracas - Der venezolanische Präsident Hugo Chavez hat seine Anhänger auf einer Großkundgebung in der Hauptstadt Caracas zu einer "Offensive" gegen die Opposition aufgefordert. Die oppositionellen Gouverneure und Bürgermeister müssten ihrer Ämter enthoben werden, sagte der linksnationalistische Staatschef am Samstag vor zehntausenden Menschen, die ihm nach dem Freispruch von Anti-Chavez-Putschisten durch das Oberste Gericht erneut ihre Solidarität bekundeten. Die Hälfte des regulären Mandats der Amtsträger ist bereits abgelaufen, und gemäß der Verfassung können sie per Volksabstimmung zum Rücktritt gezwungen werden. Chavez sagte, auch die Parlamentsabgeordneten müssten sich im kommenden Februar nach der Hälfte der Legislaturperiode einem solchen Referendum stellen. Dies gelte insbesondere für diejenigen Volksvertreter, die als Unterstützer seines Lagers in die Nationalversammlung gekommen, aber jetzt zur Opposition gewechselt seien und damit Verrat an ihren Wählern geübt hätten. Zu dem von der Opposition organisierten Referendum über seinen eigenen Verbleib im Amt sagte Chavez, er werde sich dem nach Ablauf der Hälfte seines Mandats im kommenden August stellen. Regulär läuft Chavez Amtszeit bis August 2006. Chavez' Anhänger waren zuvor in einem 13 Kilometer langen Marsch bis ins Stadtzentrum gezogen. Die Großdemonstration richtete sich gegen die Richter des Obersten Gerichts, die Mitte des Monats vier ranghohe Offiziere einer Beteiligung an dem gescheiterten Staatsstreich gegen Chavez am 12. April freigesprochen hatten. Chavez sprach in seiner Rede von einem "aberwitzigen" Urteil, das der Wahrheit und der Gerechtigkeit Hohn spreche und weltweit negative Reaktionen ausgelöst habe. Die Opposition kündigte ihrerseits für Donnerstag einen Protestmarsch gegen Chavez an. Chavez hatte nach dem gescheiterten Umsturzversuch einen Dialog zur nationalen Versöhnung angeregt. (APA)