Noch steht Kartnig hinter seinem Trainer, aber Osim saß bestimmt schon mal fester im Sattel

Wien/Graz – "Im Fußball gibt's keinen Spaß, damit kann man Amateurfußball machen", sagte Ivica Osim gestern, einen Tag nach der 1:2-Derby-Niederlage gegen den GAK. Die Reaktionen des cholerischen Präsidenten Hannes Kartnig entlocken ihm schon lange keinen Kommentar mehr. Außer: "Alle zehn Tage wird jemandem gedroht, das bringt nichts." Sturm spiele gut, so gut sie könne, auch gegen den GAK, "aber wir müssen dauern wechseln, Haas und Wetl haben wir verloren, jetzt ist auch Brzeczek fraglich." Und am Mittwoch steigt das zweite Champions-League-Quali-Match gegen Maccabi Haifa, nach dem 0:2 vom Hinspiel wird das eine Hürde, fast so hoch wie die Himmelsleiter.

Die Rapid scheint dafür Andi Herzog wieder gewonnen zu haben, der vorübergehende Exteamkapitän führte (auch mit einem Tor) seine Kollegen zum 3:0 in Kärnten und war nachher eine einzige glückliche Genugtuung.

In Salzburg, das die letzten beiden Trainer nach einer Niederlage gegen Ried verlor, darf Betreuer Lars Söndergaard nach dem 1:3 zu Hause gegen Ried weitermachen, Pasching hat natürlich wieder gewonnen (2:0 gegen Admira) und bleibt als Einziger der Austria dicht auf den Fersen.

Ungeduld in Bregenz

Der teure Motor der Austria Wien läuft derweil weiter Richtung Titel, nach dem 3:1 am Samstag sind noch 29 Stationen zu passieren. Im Horr-Stadion erlitt Bregenz die dritte Niederlage, Punkte gab es für Bregenz bis dato nur durch vier Unentschieden. Rainer Hörgl, ein Bayer in Bregenz: "Wir haben in Bregenz in den letzten Jahren konstant und gut gearbeitet. Ich denke auch, dass wir heute einen starken Gegner abgeben haben", sagte er nach dem Spiel. Walter Schachner stimmte zu: "Wenn Bregenz so weiterspielt, haben sie nichts mit dem Abstieg zu tun." Die Fans werden schon ungeduldig. Hörgl: "Die auf den Tribünen wissen immer mehr und natürlich wie alles besser gemacht werden kann, aber ich habe mich dagegen abgehärtet. Wir müssen wirtschaften und unseren Möglichkeiten entsprechend spielen, das haben wir bis auf ein Spiel gemacht."

Seinen Posten sieht er momentan nicht gefährdet. "Wenn ich jetzt aufgrund der gezeigten Leistungen gefeuert werde, dann wäre ich sehr überrascht. Wir werden in nächster Zeit auch wieder Siege einfahren. Meine Mannschaft ist sehr willig und hat auch gegen die Austria bis zur letzten Minute nicht aufgesteckt." Derweilen steht auch Präsident Grill noch hinter seinem Trainer: "Rainer Hörgl steht nicht zur Debatte."

Im Vorjahr war Bregenz Siebter. Hörgl: "Damit wäre ich zufrieden, aber wenn dem nicht so ist, wird die Welt auch nicht untergehen, solange wir nicht absteigen." Bei einem Abstieg freilich auch nicht. (DER STANDARD, Printausgabe, Montag, 26. August 2002, mik, josko)