Wien - Sozialminister Herbert Haupt (F) hält einen Sonderparteitag der FPÖ zur Klärung des schwelenden Machtkampfs zwischen Parteichefin Susanne Riess-Passer und Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider für nicht notwendig. Auf Anfrage der APA sagte Haupt Montag Vormittag, er "schätze die Lage eigentlich sehr ruhig ein, es wird eine vernünftige Lösung geben". Haider und Riess-Passer seien "seit Jahren eng miteinander verbunden", versuchte Haupt den Konflikt herunter zu spielen. Die "Differenzen sind marginal". Unzufrieden zeigte sich Haupt mit den Rücktrittsdrohungen sowohl von Haider als auch von Riess-Passer. Haupt: "Mit Rücktrittsdrohungen hat niemand eine Freude. Meine Position ist hier unverrückbar. Mit Rücktritt droht man nicht, man macht ihn oder man lässt ihn bleiben". Rücktrittsdrohungen seien kein geeignetes Mittel in der Politik. Was die Lage der FPÖ insgesamt betrifft, meinte der Sozialminister, er "glaube, dass sehr viele Mitglieder an der Basis sich schon seit 14 Tagen wünschen würden, dass eine klare Position vorhanden ist, die von allen mit der gleichen Entschiedenheit vertreten wird". Immerhin gebe es einen Beschluss des Bundesparteivorstands, mit 50 Punten, 49 davon seien einvernehmlich beschlossen worden bei "einem Punkt gibt es Differenzen, ob die Steuerreform 2003 oder 2004 kommt. Bei soviel Kongruenz könne es keine Angelegenheit sein", nicht doch zu einer Lösung zu finden. Auf die Frage, ob seiner Meinung nach ein Sonderparteitag notwendig sei, meinte Haupt, er glaube dies nicht. "Es gibt fünf Personen, die unsere Partei drei Jahre gut geführt haben, und den Koalitionsausschuss. Da kann man gemeinsame Positionen für eineinhalb Jahre abstecken. Ich bin überzeugt, dass keine weiteren Schritte notwendig sind". (APA)