Foto: Schiele Zentrum Krumau
Wien - Das auch von österreichischen Stellen unterstützte Egon-Schiele-Zentrum in Krumau (Cesky Krumlov) hat durch die vergangene Hochwasser Katastrophe schwere Beschädigungen erlitten. In dem in einem Renaissance-Bau am Moldau-Ufer der südböhmischen Stadt untergebrachten Zentrum wurden die Einrichtungen des gesamten Erdgeschosses zerstört. Mit rund 300.000 Euro bezifferte die Leiterin des Museums Hana Jirmusova den Schadenswert. Mit der Wasserhöhe wurde nicht gerechnet "Die Nacht zum 13. August war die schrecklichste meines Lebens. Da stieg das Wasser auf 180 Zentimeter, und wir hatten große Angst", erzählte Jirmusova, die mit dem Hausmeister zusammen im zweiten Stock des Gebäudes geblieben war. Die Überflutung hatte bereits am Vortag begonnen, zehn Stunden standen zur Verfügung, um die Einrichtung des Erdgeschosses (unterkellert ist der Bau nicht) in Sicherheit zu bringen. "Wir haben aber nicht mit dieser Wasserhöhe gerechnet, was uns noch größere Verluste kostete". Rührende kostenlose Restaurierungsangebote Drei Künstler-Ateliers, drei Wohnungen, zwei Ausstellungsräume, die komplette technische Infrastruktur (Elektrozentrale, Feuerzentrale und Gaskessel), der Museumsshop samt Waren, ein Jugendstil-Flügel und das in Wiener Tradition eingerichtete Kaffeehaus wurden ruiniert. In einigen Räumen hatten sich wertvolle Holzböden befunden. Zwei Holzskulpturen konnten schwer beschädigt gerettet werden. "Ich bin sehr gerührt, weil es bereits zahlreiche kostenlose Restaurierungsangebote gibt", sagte Jirmusova. Am Tag darauf war das Wasser in Krumau zwar weitgehend wieder abgeflossen, im Schiele-Zentrum allerdings stand es noch zwei Tage länger. Das Areal ist jetzt weitgehend gesäubert, jedoch noch lange nicht trocken. Dank der massiven Konstruktion dürften die Grundmauern zu keinen schwer wiegenden Schäden gekommen sein; vor allem die Statik wurde nicht beeinträchtigt. Der Gesamtschaden ist weit gehend durch Versicherungen gedeckt, auch gibt es zahlreiche Spendenangebote sympathisierender Institutionen. Foto-Ausstellung dokumentiert Hochwasser In den nächsten Monaten werden neue Konzepte für die technischen Einrichtungen überlegt. Für reguläre Ausstellungen bleibt das Schiele-Zentrum vorerst geschlossen. Am kommenden Wochenende wird aber es eine besondere Schau geben: Im wasserfreien Erdgeschoss sollen aktuelle Fotografien das Hochwasser in Krumau dokumentieren. Die Bilder werden versteigert, der Erlös kommt der gesamten Stadt Krumau für den Wiederaufbau zu Gute. Für November war eine Salvador Dali-Ausstellung geplant, die nach dem Wunsch von Jirmusova unbedingt stattfinden soll: "Im zweiten Stock. Wir werden das alles schaffen". (APA)