Skopje - Beim schlimmsten Anschlag seit Monaten sind im westlichen Krisengebiet Mazedoniens zwei Polizisten getötet worden. Die Angreifer hätten ihre Opfer bei der Stadt Gostivar aus einem Auto heraus erschossen, teilte die Polizei am Montag in der Hauptstadt Skopje mit. Die beiden zur slawisch-mazedonischen Mehrheitsbevölkerung gehörenden Reservisten waren in der Nacht auf Montag für einen Patrouillendienst in dem Gebiet eingesetzt, wo es seit dem Friedensschluss im August vergangenen Jahres keinen Zwischenfall mit solchen Folgen gegeben hatte. Aus Polizeikreisen wurden Albaner der Tat beschuldigt. "Die Angreifer feuerten aus automatischen Waffen zahlreiche Schüsse auf die Beamten", sagte ein Sprecher der Polizei. Die beiden Polizisten starben auf dem Weg ins Krankenhaus. In der nördlicher gelegenen Albaner-Hochburg Tetovo waren in den vergangenen Wochen bereits mehrere Anschläge aus Autos heraus verübt worden. Polizei und westliche Sicherheitsexperten machten Auseinandersetzungen zwischen albanischen Gruppierungen und Aktivitäten von Verbrecherbanden als Hintergrund aus. Der Westen Mazedoniens wird überwiegend von Albanern bewohnt. Bei einem Zwischenfall war am Samstag ein Albaner getötet worden. Der Mann wurde in der Ortschaft Gaire, einer bei Tetovo gelegenen früheren albanischen Rebellenhochburg, erschossen. Bei Schießereien in dem Gebiet sind damit in den vergangenen Wochen sechs Menschen umgekommen und mehr als 20 verletzt worden. Rebellenbewegung bestreitet Beteiligung an Anschlag Die Bewegung der Albaner-Rebellen in Mazedonien hat eine Beteiligung an dem Mordanschlag auf zwei Polizisten bestritten. Ein Parteisprecher der Integrativen Demokratischen Union des früheren Rebellenführers Ali Ahmeti verurteilte am Montag in Skopje den tödlichen Angriff auf die beiden Männer. Die Tat dürfe die für den 15. September geplanten freien und demokratischen Parlamentswahlen aber nicht gefährden. Die Milizenpartei warf der Regierung in Skopje zudem eine Kampagne gegen die Politiker aus den Reihen der für aufgelöst erklärten albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) vor. Polizei und Innenministerium hatten albanische Gruppierungen beschuldigt, die beiden Polizisten in der Nacht zum Montag bei der Stadt Gostivar erschossen zu haben. Der Anschlag auf die Polizisten wurde vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen und nur drei Wochen vor den Parlamentswahlen verübt, die Teil der Friedensbemühungen sind. Mazedonien war im vergangenen Jahr wegen Kämpfen zwischen albanischen Rebellen und Regierungstruppen an den Rand eines Bürgerkriegs geraten. Mit internationaler Vermittlung haben sich die Politiker beider Bevölkerungsteile auf einen in Ohrid unterzeichneten Friedensplan geeinigt, der Verfassungsänderungen und der albanischen Volksgruppe mehr Rechte brachte. Eine NATO-Schutztruppe gewährleistet in Mazedonien die Sicherheit internationaler Beobachter. Als Konsequenz des Ohrid-Abkommens hatten sich einige hundert Aufständische der albanischen UCK in das benachbarte Kosovo zurückgezogen, während der Großteil in den von der UCK kontrollierten Ortschaften verblieben ist und lediglich die Uniform ausgezogen hat. Bei den kommenden Wahlen wird allgemein mit einer Niederlage der regierenden slawisch-nationalistischen VMRO-DPMNE ("Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation - Demokratische Partei für die Nationale Einheit") des Ministerpräsidenten Ljubco Georgievski gerechnet. (APA/dpa)