Berlin - Das Krebs erregende Acrylamid ist nach einem Bericht des deutschen Konsumentenschutzmagazins "Öko-Test" nun auch in Kaffee und Espresso gefunden worden. In allen 24 untersuchten Kaffee- und sieben Espressosorten hätten beauftragte Labore die Substanz gefunden. Zum Glück landeten im aufgebrühten Kaffee und Espresso aber nur sehr geringe Mengen Acrylamid. Der Deutsche Kaffeeverband erklärte, er nehme das Problem sehr ernst. "Das ist ein Thema für uns", sagte Verbandsgeschäftsführer Winfried Tigges. Die Branche bemühe sich, die Substanz aus dem Kaffee zu entfernen. Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen kohlenhydrathaltiger Lebensmittel. Die Substanz wurde bisher unter anderem im Knäckebrot, Erdäpfelchips und Pommes frites gefunden. Nun stehe fest, dass auch Kaffeebohnen belastet seien, aber deutlich geringer als Chips, berichtete "Öko-Test" (September-Ausgabe). Von 494 Mikrogramm Acrylamid pro Kilogramm Kaffee in der Sorte "Bremer Stolz" seien nur noch 2,2 bis 3,9 Mikrogramm in der 150 Milliliter fassenden Kaffeetasse gelandet. Ähnlich sehe es beim Espresso aus. Laut "Öko-Test" schädigt die Substanz in hohen Dosen das zentrale Nervensystem und beeinträchtigt auch die Fortpflanzungsfähigkeit. Tigges sagte dagegen, noch sei unklar, ob Acrylamid für den Menschen schädlich sei. Die Industrie suche nach Wegen, um die Bildung der Substanz zu verhindern. Acrylamid sei im Rohkaffee nicht enthalten, sondern entstehe beim Rösten der Bohnen. (APA/Reuters)