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London - Ein Hype, hinter dem möglicherweise mehr steckt, hält die britische Insel seit inzwischen zwei Jahrzehnten zunehmend im Bann:die (angebliche) Existenz ausgewilderter Großkatzen in den Wäldern und auf den Weiden. "In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben wir eine geradezu unglaubliche Aktivität von Großkatzen gesehen", sagte Daniel Bamping, der Gründer der "Britischen Gesellschaft für Großkatzen" am Dienstag in London. "Es gibt fast aus jeder Grafschaft Berichte über das Auftauchen großer Katzen." Im vergangenen Jahr meldeten 800 Briten, sie hätten wilde Katzen - vor allem Pumas und schwarze Panter - gesehen. In diesem Jahr rechnen die Beobachter mit noch mehr Sichtungen. "Die Katzen sind da. Sie vermehren sich. Es werden immer mehr", sagte Bamping. Es gebe auch immer mehr Beweise - Fußspuren, Fellproben und gerissene Schafe - dafür, dass tatsächlich wilde Tiere frei herumliefen. Fakt und Fiktion(?) Der Großkatzen-Hype hat einen konkreten Hintergrund: in den 60er Jahren galt es in England als schick, sich Großkatzen als modische Haustiere zu halten. Als die Gesetzgebung dies Anfang der 70er nur noch unter strengsten Auflagen gestattete, wurden zahlreiche Tiere in Zoos abgegeben - oder verschwanden anderweitig. Es wird heute tatsächlich auch von manchen Biologen für möglich gehalten, dass sich daraus einige überlebensfähige Populationen gebildet haben könnten. Ob es sich dabei um Luchse, Pumas oder gar Panther handeln könnte, bleibt vorerst offen. Direkten Beweis für die Existenz der Tiere gibt es zwar noch immer keinen - die öffentliche Diskussion über sie ist jedoch ein höchst reales Faktum. Sei es in den Zeitungen oder im Internet - der "Big Cat"-Hype hat heute längst die Ausmaße des UFO-Fiebers in seiner einstigen Hochblüte angenommen - und möglicherweise ist er sogar ein wenig näher an der Realität dran. (APA/red)