Berlin - Die Auswirkungen eines amerikanischen Militärschlages gegen den Irak hätten nach Einschätzung des Irak-Experten bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, Volker Perthes, katastrophale Auswirkungen auf den Nahen Osten. "Gerade im arabisch-israelischen Konflikt würden viele Parteien versuchen, eine solche Destabilisierung auszunutzen", sagte Perthes. Radikale palästinensische Kräfte könnten versuchen, ihre Ziele umzusetzen und die Israelis als wesentliche Verbündete der Amerikaner anzugreifen, sagte Perthes. "Radikale Mitglieder der israelischen Regierung könnten ihrerseits versuchen, im Schatten einer solchen Auseinandersetzung am Golf ... gegen die Palästinenser vorzugehen." Dies würde beispielsweise in Ländern wie Jordanien, die zwischen den beiden Konfliktregionen liegen, zu erheblichen inneren Unruhen führen, sagte der Irak-Experte. Der jordanische Ministerpräsident Ali Abu Ragheb hat erklärt, Jordaanien wäre "das erste Opfer" eines US-Schlages gegen den Irak. Eine solche Militäroperation hätte verheerende Konsequenzen für die bereits jetzt von schweren Krisen erschütterte Region. Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder lehnt eine Beteiligung seines Landes an einer Militärintervention im Irak strikt ab. Im Nahen Osten werde Friede und nicht Krieg gebraucht, sagte Schröder am Dienstagabend in Potsdam. Er reagierte damit auf Äußerungen von US-Vizepräsident Richard Cheney, der einen Präventivschlag gegen den Irak als "zwingend" nötig bezeichnet hatte. (APA/dpa)