Köln - Nach den Angriffsdrohungen aus den USA hat der deutsche Außenminister Joschka Fischer vor einem "Präventivkrieg" gegen den Irak gewarnt. Er habe große Zweifel daran, dass diese Überlegungen in Washington "bis zu Ende gedacht" seien, sagte Fischer am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Wenn die USA ihre Drohungen wahr machten, würden sie von da an die "Gesamtverantwortung für Frieden und Stabilität im Nahen Osten" tragen. Dabei sei diese Region, in der die wenigsten Probleme gelöst seien, "hoch gefährlich". Die deutsche Bundesregierung habe ihre Bedenken mehrfach in Washington vorgebracht, sagte Fischer. Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am Dienstag die Äußerungen von US-Vizepräsident Dick Cheney als "Fehler" kritisiert. Er fühle sich in seiner Haltung bestätigt, dass sich Deutschland nicht an einem Präventivangriff auf Bagdad beteiligen solle, sagte Schröder dem RTL-Nachtjournal. Cheney hatte am Montag ein "präventives Handeln" gegen den irakischen Staatschef Saddam Hussein als "zwingend erforderlich" bezeichnet. Auf das Ergebnis von UNO-Waffeninspektionen könne die Welt nicht warten. (APA)