Hamburg - Mit einer Wahlempfehlung will die "Financial Times Deutschland" (FTD) in Deutschland ein journalistisches Tabu brechen. Ähnlich wie in den USA und Großbritannien will das Wirtschaftsblatt am 16. September eine konkrete Empfehlung abgeben. Die Zeitung wolle damit den Lesern eine klare Orientierung geben und Mut zur Meinung zeigen, teilte die Zeitung am Mittwoch in Hamburg mit. Das Anfang 2000 gegründete Blatt folge damit der angelsächsischen Tradition seiner Schwesterzeitung "Financial Times". "Uns geht es nicht um Parteien, sondern um das, was die strukturellen Probleme in Deutschland zu lösen verspricht", erklärte FTD-Chefredakteur Christoph Keese. Die FTD startete am Mittwoch mit einem Kommentar zu den Arbeitsmarktreformen ein umfangreiches Analyse-Paket zur Wahl. Während in den USA und Großbritannien "endorsements" der Zeitungen Tradition haben, halten sich deutsche Zeitungen mit direkten Empfehlungen zurück. (APA/dpa)