Wien - Die schlechten Konjunkturprognosen der Wirtschaftsforscher für die kommenden Monate teilen zunehmend auch Österreichs Manager. Fast die Hälfte der heimischen Führungskräfte rechnet zwar noch immer mit einer Erholung der Konjunktur in diesem Jahr. Das Klima hat sich seit Jahresbeginn aber merklich eingetrübt. Dies ist das Ergebnis eines Managermonitorings des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF), der Triconsult und des Wirtschaftsmagazins "Gewinn", das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Gemäß der Umfrage meinten im Juli 47 Prozent, dass die Konjunktur in den kommenden vier Monaten steigen wird, 37 Prozent rechnen mit gleich bleibenden Werten und nur 14 Prozent sehen eine fallende Tendenz. Im April glaubten noch knapp zwei Drittel der 245 an der Umfrage teilnehmenden Führungskräfte an einen Konjunkturaufschwung. 28 Prozent rechneten damals mit gleich bleibenden und 7 Prozent mit fallenden Werten. Schlechte Noten für die Regierung Etwas schlechtere Noten als im Frühjahr verteilten die Führungskräfte auch der österreichischen Bundesregierung: Für die Wirtschaftsfreundlichkeit und die Sozialpolitik bekam die Regierung jeweils den Mittelwert von 3,0 (Bewertung analog dem Schulnotensystem 1=sehr gut, 5=sehr schlecht). Die Regierungsarbeit im Bereich der Steuern und Abgaben bewerteten die Manager mit der Note 3,5. Unternehmen der öffentlichen Hand erhielten die Wertung 3,2. Bessere Werte wurden nur für Verkehr und Infrastruktur vergeben (Mittelwert 3,3), was laut Analyse vor allem mit dem dortigen Ministerwechsel zusammenhängt. Außerordentliche 54 Prozent der Befragten waren der Meinung, dass der Wahlkampf für die nächste Nationalratswahl bereits begonnen hat. Befragt nach der "Abfertigung neu" prognostizieren 59 Prozent der Manager, dass die Mobilität der Arbeitnehmer steigen werde. 37 Prozent erwarten keine Veränderungen. Uneinig sind sich die Befragten bezüglich der finanziellen Auswirkungen der Maßnahme: Mit eher positiven Auswirkungen rechnen 31 Prozent, keinerlei Änderungen sehen 26 Prozent, 22 Prozent fürchten eher negative Folgen und die restlichen 21 Prozent fühlen sich noch nicht im Stande, diese Frage zu beantworten. Was die zuletzt heftig diskutierten Entschädigungen von Aufsichtsräten betrifft, sind sich die Teilnehmer hingegen einig. Fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) stimmten dafür, dass diese vom Erfolg des Unternehmens abhängig zu machen sei. Ein Drittel ist für eine fixe Entschädigung. Mehrheitlich (54 Prozent) sind die Führungskräfte der Meinung, dass ein Manager als Nebentätigkeit maximal zwei bis drei Aufsichtsratsmandate annehmen sollte. (APA)