Bonn/London - Die Deutsche Post steigt in den britischen Briefmarkt ein. Der Bonner Logistikriese erhielt am Mittwoch von der britischen Aufsichtsbehörde Postcomm die auf ein Jahr befristete Lizenz zur Beförderung von insgesamt 40 Millionen Briefen. "Das ist für uns eine hoch willkommene Möglichkeit, den britischen Markt zu testen", sagte Konzernsprecher Martin Dopychai in Bonn. Die Deutsche Post ist zurzeit im Begriff, europaweit im Briefgeschäft zu expandieren. Erst kürzlich kündigte sie die Übernahme des niederländischen Zustellers Interlanden an. In Großbritannien ist der Bonner Konzern bereits mit dem Paketzusteller Securicor Omega Express und einer Direkt-Marketing-Tochter präsent. "Großbritannien ist ein sehr interessanter Markt, in den wir in den nächsten Jahre möglichst intensiv einsteigen wollen", sagte Dopychai. Die Lizenz zur Briefzustellung in dem Land ist für die Post allerdings zunächst nur ein Testballon. "Wir dürfen innerhalb eines Jahres 40 Millionen Briefe zustellen. Das hört sich viel an, ist aber nicht viel. Die britische Post stellt jeden Tag doppelt so viel zu", betonte Dopychai. Er kündigte an, die Post werde die Lizenz nutzen, um Zustellwege und technische Abläufe zu testen. So soll ein Teil der Briefe über die vorhandenen Töchter zugestellt werden, ein anderer - weit größerer Teil - nach der Sortierung durch die deutsche Post von der britischen Post ausgetragen werden. "Wenn das klappt, werden wir beim nächsten Lizenzantrag gleich eine wesentlich höhere Anzahl von Briefen genehmigen lassen", sagte der Sprecher. Dopychai schloss für diesen Fall auch Zukäufe in Großbritannien nicht aus. (APA/AP)