Jerusalem - Nach monatelanger Abwesenheit haben die USA ihre Vermittlungsbemühungen im Nahost-Konflikt wieder aufgenommen. Der stellvertretende Leiter der Nahostabteilung im US-Außenministerium, David Satterfield, traf am Mittwoch in Jericho mit dem palästinensischen Chefunterhändler Sayeb Erekat zusammen. Satterfield, der Palästinenserpräsident Yasser Arafat nicht treffen wird, sagte nach dem Gespräch, Ziel seines Besuchs sei die Beendigung des Konflikts. Der Kreislauf der Gewalt müsse unterbrochen werden. Satterfield ist der bisher niedrigstrangige US-Diplomat auf Vermittlungsaktion im Nahen Osten seit Beginn der Unruhen vor zwei Jahren. Er wird auch mit der israelischen Führung sowie dem palästinensischen Innenminister Abdel Rasak Yechia sprechen. Ungeachtet der neuen diplomatischen Bemühungen Washingtons ging der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon inzwischen erneut auf Konfrontationskurs zur Palästinenserführung. Sharons Büro machte in der Nacht auf Mittwoch deutlich, dass Israel die jüngste palästinensische Kabinettsumbildung nicht anerkennen werde. Eine für den 9. September beantragte Sitzung des palästinensischen Parlaments in der besetzten Stadt Ramallah will Sharon nicht zulassen, falls Palästinenserpräsident Arafat der Sitzung vorstehe oder dort sprechen wolle. Bei der Sitzung soll die im Juni von Arafat neu gebildete und verkleinerte Regierung offiziell bestätigt werden. Wegen der Ankündigung Sharons zeichnet sich erneut ein Streit innerhalb der israelischen Regierung ab. Außenminister Shimon Peres, der den Palästinenser am vergangenen Wochenende bereits grünes Licht für eine Parlamentsversammlung gegeben hatte, sagte, er sehe keinen Grund dafür, warum palästinensische Abgeordnete einschließlich Arafats sich nicht frei innerhalb der autonomen Gebieten bewegen dürften. (APA/dpa)