Sie sind unter uns, sie sind überall, doch keiner sieht sie. Die Rede ist nicht von extraterrestrischen Mikrowesen, die unser politisches System unterwandern, sondern von winzigen "Rechnern", so einfach, dass man sie eigentlich gar nicht Computer nennen dürfte."Embedded" bedeutet so viel wie eingebettet. Und das sind diese Systeme (Hard- und Software) in verschiedenste Steuermaschinen. Einprägsam für ihre Leistung ist etwa die Tatsache, dass allein beim Tanken an der Zapfsäule bis zu elf verschiedene Mikroprozessoren dafür sorgen, dass die richtige Menge an Treibstoff in den Tank fließt und der exakte Preis am Kassendisplay erscheint. Im Auto, insbesondere in Transport-Lkw verhelfen schon seit längerem "Embedded Systems" zu mehr Sicherheit. Genannt seien hier das ABS-System, Airbags, Klimaanlage und Stereoanlage. Unfallfreies Fahren Der klassische Bordcomputer berechnet nicht nur die Fahrtdauer. Bei der Routenplanung kann man fürderhin auch anderes erfahren: Wetter, Baustellen, etc. Durch Verbindung mit dem Internet wird vieles vorstellbar, letztendlich sogar unfallfreies Fahren. Denn in neun von zehn Fällen ist menschliches Versagen die Ursache für einen Unfall. Wenn Autos "sehend und fühlend" gestaltet werden könnten, würde das die Unfallstatisik drastisch senken. Das "intelligente" Auto gibt es nicht nur theoretisch. Man hat schon viel in die Tat umgesetzt. Beispielsweise den automatischen "Bremser". Per Radar nimmt das System auf, wie weit das Fahrzeug noch von einem bevorstehenden Hindernis entfernt ist. Kann der Fahrer nicht bremsen, weil er entweder schläft, Kirschen entkernt oder gerade eine spannende TV-Serie laufen hat, greift das Sensorsystem ein und bringt den Wagen gleich zum Stopp oder reduziert ihn auf eine Geschwindigkeit, die einen bestimmten Abstand zum Vordermann gewährleistet. Erfreulich auch die Entwicklung des "Spurhalters", der das Auto automatisch wieder auf den richtigen Kurs bringt. (kredo/DER STANDARD, Printausgabe, 29.08.2002)