London - Der britische Außenminister Jack Straw hat einem Zeitungsbericht zufolge erklärt, das für das kommende Jahr geplante Referendum über die Einführung des Euro würde auch im Fall eines Kriegs gegen den Irak stattfinden. Die Tageszeitung "Financial Times" zitierte Straw am Donnerstag mit den Worten, die Regierung werde sich nicht von "externen Themen" davon abhalten lassen, die Bereitschaft der Menschen zur Übernahme der Gemeinschaftswährung zu prüfen. Das Referendum soll kommendes Jahr stattfinden. Die Regierung von Premierminister Tony Blair hat angekündigt, bis Juni 2003 über die Erfüllung der von ihr festgelegten wirtschaftlichen Kriterien für einen Euro-Beitritt entscheiden zu wollen. Dem Zeitungsbericht zufolge nimmt Straw eine entgegengesetzte Position zu vielen anderen Politikern ein, denen zufolge im Fall eines Irak-Krieges eine Euro-Abstimmung nicht möglich wäre. Militäreinsatz wird nicht ausgeschlossen Straw schloss in dem Interview einen Militäreinsatz gegen den Irak nicht aus. Eine Entscheidung hierzu habe aber weder die britische noch die amerikanische Regierung getroffen, sagte er. Straw hatte in den vergangenen Wochen die Bedeutung einer Rückkehr der UNO-Waffeninspektoren in den Irak hervorgehoben. Die USA haben sich jüngst dagegen vor allem für einen Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein ausgesprochen. Der Irak lehnt die Forderung der Vereinten Nationen ab, die 1998 abgezogenen Inspektoren bedingungslos zurückkehren zu lassen. Die Inspektoren sollen überprüfen, ob der Irak Massenvernichtungswaffen produziert oder besitzt, was die UNO dem Land nach dem Golfkrieg 1991 verboten hatte. (APA/Reuters)