Laut einem Bericht des Magazins Newscientist warnen Forscher vor einer neuen Form des virtuellen Angriffs: den Cyberläusen. Diese nisten sich unbemerkt auf Rechnern ein und zapfen Prozessorkapazität ab. Nicht vergleichbar mit Viren Cyberläuse haben eine völlig andere Wirkungsweise als Computerschädlinge, wie etwa Viren und Würmer. Die Parasiten wollen keine Daten vernichten oder stehlen sondern sind auf der Suche nach Prozessorkapazitäten die sie dann für ihre eigenen Zwecke nutzen können. Anders als etwa das Projekt SETI@home , das mittlerweile gemeinsam mit mehr als 3,9 Millionen Usern weltweit nach außerirdischen Lebensformen sucht, kommen Cyberläuse ohne Einverständnis des User auf dessen Rechner. Gigantische Netzwerke Die Nutzung von privaten Prozessorkapazitäten kommt in der Wissenschaft immer mehr zur Anwendung - neben Seti suchten etwa amerikanische Forscher in einem weltweiten gigantischen Netzwerk nach einen Milzbrand-Gegenmittel. Die Cyberparasiten können jeden Internet-Surfer erwischen, laut den Berichten gibt es bislang kaum geeignete Schutzmechanismen vor diesen Schädlingen. Chance statt Risiko Viele Forscher und Universitäten haben sich dem Distributed Computing mit diversen Projekten verschrieben (etwa Parasitic computing, University of Notre Dame ) und sehen hier eine große Chance wesentlich schneller zu verwertbaren Erkenntnissen zu kommen. Doch offenbaren Cyberläuse die dunkle Seite dieser Technologien. Auch rein rechtlich stellt diese Art der Computerschädlinge neue Anforderungen an die User - da keine Daten gestohlen oder verändert werden, handelt es sich dabei nicht um Hacken oder Cracken und somit fehlt auch der rechtliche Rahmen für Strafverfolgungen.(red)