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Wien - An den Fachhochschul-Studiengängen wurden im vergangenen Studienjahr rund zwei Drittel der Bewerber abgewiesen - 16.443 Interessenten bewarben sich für 5.320 Anfänger-Studienplätze. Auch für die 15-Jährigen wird immer wieder der Bildungswunsch zum Bildungsfrust. So fehlen allein in Wien laut einer Studie der Arbeiterkammer rund 1.000 Plätze an Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen. Ähnlich die Situation an zahlreichen sozialberuflichen Schulen und Akademien, wo das Platzangebot mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten kann: Die Bundeshebammenakademie an den allgemeinen öffentlichen Hebammenanstalten Salzburg muss aus durchschnittlich 130 Bewerbungen 24 Schülerinnen auswählen. 30 Plätze stehen 400 Kandidaten an der Akademie für Logopädie am Wiener AKH offen. Alle drei Jahre startet an der Akademie für den ergotherapeutischen Dienst am Landeskrankenhaus Klagenfurt eine neue Klasse - von durchschnittlich 160 Interessenten werden 16 aufgenommen. Die Akademie für den Physiotherapeutischen Dienst Wien muss aus 950 bis 1.000 Kandidaten 120 Schüler auswählen. Auf Grund der hohen Interessentenzahlen stehen an vielen Bildungsanstalten Aufnahmetests bzw. Bewerbungsgespräche auf dem Programm. Damit der Frust nach einer Abweisung nicht zu groß wird, empfehlen Psychologen, immer mehrere Ausbildungsmöglichkeiten "parat" zu haben. Vor der Entscheidung, welchen Ausbildungsweg man wählt, sollte man sich mit sich selbst beschäftigen. "Was bin ich, und was möchte ich - diese Fragen sollten der Ausgangspunkt sein, nicht die Frage: was möchte ich einmal werden", so Gerhard Krötzl von der Abteilung Schulpsychologie und Bildungsberatung im Bildungsministerium. Jedenfalls sollte man sich für die Entscheidung ausreichend Zeit lassen, gründlich recherchieren und dann ausgehend von den eigenen Zielen und Fähigkeiten mehrere Optionen auswählen. Das österreichische Bildungssystem sei stark verzweigt und biete viele Übergänge, "so dass man auf verschiedenen Wegen zum Ziel kommen kann". Sollte man Hilfe benötigen, stünden an allen Schulstandorten in Österreich speziell ausgebildete Lehrer für die Berufsorientierung zur Verfügung. Wenn die Schüler absolut ratlos seien oder Konflikte mit den Eltern beim Ausbildungswunsch austragen müssten, kann auch die Hilfe eines Schulpsychologen in Anspruch genommen werden. Jedenfalls sei es besonders wichtig, sich genügend Zeit für die Planung der weiteren Ausbildungslaufbahn zu nehmen und ausführlich zu recherchieren. Hilfe bei der Ausbildungswahl bieten auch die Berufsinformationszentren des Arbeitsmarktservices oder der Wirtschaftskammer und die Psychologische Studentenberatung. (APA/red)