Harare - Eine Bombenexplosion hat Donnerstag Früh die Büros und das Studio eines unabhängigen Rundfunksenders in Simbabwe zerstört. Niemand sei bei der Explosion in einem Vorort der Hauptstadt Harare verletzt worden, hieß es nach Angaben von Polizei und Augenzeugen. Wer hinter dem Anschlag steckte, war unklar. Nur wenige Stunden später durchsuchte die Polizei die Büros der Menschenrechtsorganisation Amani Trust in Harare und nahm eine Mitarbeiterin fest. Die Gruppe hatte regierungsnahen Milizen vorgeworfen, zahlreiche junge Frauen vergewaltigt zu haben. Das einstöckige Gebäude des mit niederländischer Hilfe betriebenen Senders "Voice of the People" brannte komplett aus und stürzte zum Teil ein. Nach Angaben eines Anwohners, der die Explosion beobachtete, hatten drei Unbekannte den privaten Wachmann des Senders mit einer Schusswaffe bedroht, während andere Täter die Scheiben des Gebäudes einschlugen und Sprengsätze hineinwarfen. Erst vor zwei Monaten hatte die Polizei das Gebäude durchsucht, um Beweise für einen möglichen illegalen Betrieb des Senders zu finden. Nach Angaben von Nachbarn wurde die Radiostation seit einem Monat von der Geheimpolizei beobachtet. Beschuldigungen seitens der Regierung Die Regierung beschuldigte den Sender, mit Hilfe aus Großbritannien und den USA "Rassenhass" zu verbreiten und die oppositionelle "Bewegung für Demokratischen Wandel" (MDC) unterstützten. Um das rigide Pressegesetz Simbabwes zu umgehen, schickt "Voice of the People" (VOP) seine aufgezeichneten Sendungen in die Niederlande, von wo aus sie über Kurzwelle ausgestrahlt werden. Polizeibeamte in Zivil hätten am Donnerstag das Büro des Amani Trust durchsucht und Dokumente gesichtet, berichtete ein Mitarbeiter des Büros. Die Ärztin Frances Lovemore, die Folteropfer behandelt, sei festgenommen und in Begleitung ihres Anwalts zur Polizeizentrale gebracht worden. (APA/dpa)