Der Internet-Anbieter T-Online, der auch in Österreich tätig ist, will infolge von Kosteneinsparungen und Synergieeffekten im laufenden Geschäftsjahr ein deutlich positives operatives Ergebnis erwirtschaften. T-Online teilte am Donnerstag in Darmstadt mit, im Gesamtjahr 2002 sei mit einem Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) zwischen 30 und 40 Mill. Euro zu rechnen.Erlös des Verkaufs der Beteiligung an T-Motion nicht enthalten Darin sei der jüngste Erlös aus dem Verkauf der Beteiligung an T-Motion in Höhe von 27 Mill. Euro noch nicht enthalten. Der größte europäische Online-Anbieter hob damit seine bisher nicht bezifferte Gewinnprognose an. Bisher hatte T-Online lediglich erwartet, einen positiven operativen Gewinn zu erzielen. Nach den Worten von T-Online-Finanzchef Rainer Beaujean übertrifft das Unternehmen mit seiner jüngsten Prognose die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt bisher von einem positiven Ebitda zum Jahresende in Höhe von zehn Millionen Euro ausgegangen seien. Für das kommende Geschäftsjahr schloss sich Beaujean den bisherigen Analystenprognosen für das Ebitda von rund 130 Mill. Euro an. "Solide Umsatzströme" Im ersten Halbjahr 2002 war bei T-Online ohne Berücksichtigung des positiven Einmaleffekts durch den Verkauf der Beteiligung an T-Motion ein operativer Verlust von rund 13 Mill. Euro angefallen. Beaujean prognostizierte für die kommenden Quartale eine stabile Rohertragsmarge von über 45 Prozent auf Grund "solider Umsatzströme" unter anderem durch weitere Kundenzuwächse und "einer besser planbaren Kostenbasis". Betriebsverluste (Ebitda) werde es künftig auf Konzern-Basis nicht mehr geben. Positives Bild Der T-Online-Vorstandschef zeichnete zudem ein positives Bild der bisher unprofitabel arbeitenden Auslandsbeteiligungen in Spanien und Frankreich, nachdem Analysten sich wiederholt kritisch zu dem Engagement geäußert hatten. "Spanien und Frankreich sind auf dem besten Weg, Wertgenerierer zu sein", sagte Holtrop unter Verweis auf die fortgesetzte Verringerung der operativen Verluste der Töchter. Auf beiden Märkten wolle T-Online vor allem durch die Vermarktung von breitbandigen Internet-Zugängen und entsprechenden multimedialen Internet-Inhalten weiter Kunden gewinnen und den Marktanteil steigern. In Frankreich wird die Tochter Club Internet den Angaben zufolge im September nach dem Vorbild in Deutschland ein Breitband-Portal starten. Darüber hinaus sollen kostenlose und kostenpflichtige Internet-Inhalte aus den Bereichen Musik, Kino, Unterhaltung, Sport und Information angeboten werden. Breitbandige Internet-Anschlüsse zeichnen sich durch hohe Datenübertragungsraten aus und erlauben den Nutzern, beispielsweise Musik oder Videos in hoher Geschwindigkeit aus dem Internet herunterzuladen. Bislang hatte T-Online vor allem in Deutschland auf breitbandige Internet-Inhalte gesetzt und dafür bisher rund 2,2 Millionen Kunden in Deutschland gewonnen. In Frankreich zählte das Unternehmen zum Ende des zweiten Quartals rund 65.000 Kunden mit schnellen Internet-Anschlüssen über DSL, in Spanien rund 33.000 Kunden. Internet-Marktführer in Frankreich ist die France Telecom-Tochter Wanadoo mit weitem Abstand vor den Konkurrenten. Auch in Spanien rangiert die T-Online-Tochter ya.com gemeinsam mit den Konkurrenten weit hinter dem Branchenführer Terra Lycos. Keine Zukäufe Zukäufe plant Holtrop derzeit nicht. "Wir sind nicht in Akquisitionsverhandlungen und auch nicht in einer Akquisitionsstimmung", sagte der seit rund einhalb Jahren amtierende T-Online-Chef. (APA/Reuters)