Wien - Die Beschwerlichkeiten des Theatermachens unter vagen finanziellen Bedingungen tun dem Willen zur neuen Saison der dietheater in Wien keinen Abbruch. Die zehnprozentige Subventionskürzung (weshalb das image -Festival pausiert) sowie die den Theatereingang am Karlsplatz nervenzehrend umschlingende Baustelle verkraften die Leiter Christian Pronay und Anna Thier mit Würde.

Deren von Moderator Holger Schober (Theater Kinetis, ab nun Artist in Residence) akzelerierte Präsentationsshow gab Einblicke in die kommenden Produktionen. Begonnen wird am 3. September in der Konzerthaus-Dependance mit Das Fieber von Wallace Shawn. Es folgen u. a. die Uraufführung Brammer sieht Schwarz, die Wiederaufnahme von Le Balayeur (Regie: Markus Kupferblum) sowie drei Produktionen von Theater Kinetis. Ein Höhepunkt könnte das Gastspiel des Theater im Bahnhof Graz werden: In Die Orangenpflücker von Uwe Lubrich entpuppt sich der steirische Erzberg als speiender Vulkan.

Das Theater im Künstlerhaus startet wegen Umbauarbeiten (Zugang für Behinderte) verzögert am 19. September mit einer Late Night Impro der English Lovers. "Denckwürdige Actiones" erwarten einen bei Titus Andronicus II von toxic dreams/Bilderwerfer. Eine Einführung in die Regeln der Lebenskunst gibt Hagnot Elischka. Wie schlecht es um das Fernsehen steht, beweist die Megatoll-Show des bernhard ensembles. Und danach folgt ein weiteres Odysseus-Fragment des nomad-theatres.

Das junge Publikum wird mit dem szene-bunte-wähne -Tanzfestival (Jänner 2003) bedient, dessen internationale Theaterausgabe bereits im September startet. (afze/DER STANDARD, Printausgabe, 30.8.2002)