Das dicke Ende, was Klagen von Hochwassergeschädigten betrifft, steht hingegen noch bevor. Immer mehr Opfer erwägen nun, vor Gericht zu gehen, weil sie der Meinung sind, dass sie nicht oder zu spät vor der Flut gewarnt worden seien. Allein im Kamptal lassen sich bereits rund 100 Personen vom Kremser Rechtsanwalt Hannes Hirtzberger vertreten.Bei einer Informationsveranstaltung in Hadersdorf am Kamp am Mittwochabend kündigte Hirtzberger an, sich mit einer Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zu wenden. Bei seinen Mandanten handle es sich vornehmlich um Private, aber auch um Unternehmen. Es gehe um eine "lückenlose Untersuchung der Geschehnisse". Wenn die Erhebungsergebnisse der Staatsanwaltschaft vorliegen, werde zu prüfen sein, ob eine Grundlage für Zivilprozesse bestehe. Wie berichtet, wurden in Salzburg und Oberösterreich bereits mehrere Klagen gegen Kraftwerksbetreiber und Energiekonzerne eingebracht. In Justizkreisen wird mit einer bevorstehenden Klagsflut gerechnet. (APA/Simo, DER STANDARD Printausgabe 30.8.2002)