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Die Leitung des tschechischen Chemiewerks "Spolana" in Neratovice hat eingeräumt, dass das jüngste Hochwasser auch Krebs erregende Stoffe in die Richtung Sachsen fließende Elbe gespült hat.

Foto: Reuters/CHRISTIAN CHARISIUS
Prag - Die Leitung des tschechischen Chemiewerks "Spolana" in Neratovice hat eingeräumt, dass das jüngste Hochwasser auch Krebs erregende Stoffe in die Richtung Sachsen fließende Elbe gespült hat. Auf einer zuvor veröffentlichten Liste mit ausgeströmten Chemikalien hätten diese Stoffe gefehlt, bestätigte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Die Konzentration bewege sich aber nur "knapp oberhalb der messbaren Grenze". Umweltschützer warfen "Spolana" vor, erneut Probleme zu verharmlosen. Untersuchung soll Einfluss der Stoffe erklären In Kürze werde man bei der Untersuchung von Fischen aus der Elbe wissen, wie sich der Einfluss der Stoffe auswirke, sagte Jindrich Petrlik von der Umwelt-Organisation "Arnika" am Donnerstag. Nach Angaben des Sprechers des tschechischen Unipetrol-Konzerns, Jan Martinek, befanden sich die Krebs erregenden Stoffe vermutlich im firmeneigenen Klärwerk und waren mit anderem Abfallstoffen ausgespült worden. "Deswegen waren sie nicht auf unserer ersten Liste", erklärte Martinek. Spolana als problematische Altlast Das Werk, das vom Hochwasser im August überschwemmt worden war, gilt als eine der problematischsten Altlasten der kommunistischen Tschechoslowakei. "Spolana" hatte in den sechziger Jahren Ergänzungsstoffe für Entlaubungsmittel hergestellt. Als Abfallprodukt fiel dabei das hochgiftige Dioxin an, das sich als Staub in einigen Gebäuden niedergeschlagen hat. Zudem enthält die Erde des Firmenareals eine große Menge Quecksilber. Beide Stoffe wurden nach ersten Messungen aber nicht in gefährlichen Konzentrationen in die Elbe gespült. (APA/dpa)