Basel - Die gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Wirtschaft gehen laut William White, Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), auf übertriebenen Optimismus und überhöhte Investitionen zurück. Dies sei auf die Dauer nicht zu halten gewesen. Nach einer Phase starken und schnellen Wachstums - vor allem in den USA - seien jetzt Korrekturen notwendig geworden, sagte White in einem Interview mit der "BaslerZeitung" vom Donnerstag. Die Abschwungsphase habe eigentlich jedoch bereits vor einem Jahr eingesetzt. Sie werde aber erst jetzt wahrgenommen, weil die USA die Zahlen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen revidierten. "Jetzt ist klar, dass mindestens drei Quartale negatives Wachstum auswiesen", sagte der 58-jährige Chefökonom. Die Rezession in den USA sei damit deutlicher, als ursprünglich vermutet. Investitionskollaps Außergewöhnlich an der derzeitigen Rezession sei, dass sie nicht durch starke Zinserhöhungen zur Bekämpfung der Teuerung ausgelöst worden sei. Vielmehr hätten die nach unten revidierten Gewinnerwartungen zu einer massiven Abwärtsbewegung an der Börse geführt. Schließlich sei ein Investitionskollaps eingetreten. Bei der jetzigen Situation dürfe nicht vergessen werde, dass die USA vorher ein zehnjähriges Wirtschaftswachstum erlebt habe. Die BIZ hat laut White schon seit längerer Zeit auf die überhöhten Aktienkurse und Risikoprämien und andere Exzesse hingewiesen. "Aber die Leute sind nicht willens, in guten Zeiten die richtigen und unbequemen Fragen zu stellen". Klar sei aber: "Die Wirtschaft schwächt sich immer wieder ab, sie hat es immer wieder getan". (APA/sda)