Wien - Weil er sich seit dem Juni 2001 mehrfach an fünf Buben vergangen hatte, wurde am Donnerstag ein Maler und Bildhauer im Wiener Straflandesgericht zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Der 52-Jährige Herbert W. hatte den Kindern im Alter zwischen neun und zwölf Jahren privaten Zeichenunterricht erteilt. Dabei wurde er zudringlich. Die Schüler ließen ihn teilweise aus Angst, er könnte ansonsten "böse" werden, gewähren. Der Schuldspruch wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses ist bereits rechtskräftig. "Bis vor vier, fünf Jahren habe ich nicht gewusst, dass ich in diese Richtung tendiere", erklärte der pädopkriminell veranlagte Mann dem Schöffensenat. Ein guter Bekannter hatte seine beiden Söhne bei dem frei schaffenden Künstler nicht nur zeichnen, sondern öfters auch übernachten lassen. Als der Ältere sich nach einem im Fernsehen gezeigten Horrorfilm fürchtete, ließ ihn der 52-Jährige zu sich ins Bett. Es kam zum ersten sexuellen Übergriff, die sich häuften, auf den jüngeren Bruder und auch andere Buben, mit denen der Mann Kontakt hatte, ausdehnten. Man könne "besser malen", "das" verleihe "Energie", gab Herbert W. vor, ehe er sich an seinen Opfern vergriff. "Wenn ich wüsste, warum das angefangen hat, hätte ich es vielleicht verhindern können", meinte der umfassend geständige Täter in der Verhandlung. Möglich, dass es damit zu tun hatte, weil er mit seiner Ehefrau keine eigenen Kinder haben konnte. "Eine zynische Verantwortung", stellte darauf Staatsanwalt Michael Scharf fest. Die missbrauchten Kinder bekamen vom Gericht einen vorläufigen Schadensbetrag von je 2.500 Euro für Therapie- und Behandlungskosten sowie Schmerzensgeld zugesprochen. Herbert W. nahm das Urteil sofort an. (APA)