Rekordverdächtiges bekamen die Leser des Wochenendmagazins der "New York Times" zu Gesicht: 68 Seiten bezahlte Anzeigenstrecke der Deutschen Bank, ein Kunstprojekt namens "Wordsearch" von Karin Sander.

Das erregt schon in Zeiten schnurrender Werbekonjunktur Aufmerksamkeit. Umso mehr in der Krise, auch wenn große US-Verlage Licht am Ende des Tunnels ausmachen.

Von gekürzten Etats will Metro-Chef Hans-Joachim Körber nichts hören, zu dessen Konzern auch Media-Saturn gehört: "Wenn Sie 2002 den gleichen Werbeetat haben wie 2001, haben Sie doch schon mit gleichem Mittelaufwand wesentlich mehr Aufmerksamkeit erzeugt, wenn die Wettbewerber gleichzeitig ihr Marketingbudget kürzen", erklärte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Unilever schaltet derzeit in Deutschland so viele Spots für Knorr, Axe & Co. wie lange nicht.

Mit großen Printstrecken wiederum trotzt Audi der Werbeflaute: Alleine der "FAZ" überwies der Autobauer 300.000 für 20 Seiten am Stück. Anlass: neuer A8.

Ganz neu sind solche Großaktionen STANDARD-Lesern nicht: Volvo bestritt schon alle Inserate einer Ausgabe, One färbte die komplette Auflage blau ein, Opel ließ eine eigene Titelseite gestalten und "Ärzte ohne Grenzen" hüllten die Zeitung in Mull.

Audi ging in Deutschland breitflächig vor und schaltete auch in "Süddeutscher Zeitung", "Handelsblatt" und "Welt".

Gegen den Konjunkturtrend wirbt man durchaus auch hierzulande, wenn auch nicht gleich so spektakulär wie die Deutsche Bank in Übersee: Gerade Geldinstitute investierten heuer "relativ viel und mehr als im Vorjahr" in Werbung, sagt Peter Lammerhuber, Chef der Mediaagentur Mediacom, dem STANDARD. Und das nicht alleine, um der Kundschaft die Fusion von Bank Austria und Creditanstalt näherzubringen. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.2002)