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London - Die "Antinobelpreise" 2002 (bzw. "Ig-Nobelpreise" als Wortspiel mit engl. "ignoble" = "schmachvoll") stehen fest. Die Preise für besonders unehrenhafte wissenschaftliche Leistungen, die nicht zu wiederholen sind bzw. besser nicht wiederholt werden sollten, wurden wie immer vom Humormagazin "Annals of Improbable Research" in den Räumlichkeiten der Harvard University verliehen.

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Alles andere als lustig war laut den Ig-Preisträgern die Nachforschung, warum das Federvieh einer britischen Straußfarm keine Jungen hatte. "Man würde nicht mit einem liebeshungrigen Strauß in einem Stall stehen wollen, denn wenn das Tier versucht, auf einen zu steigen, gerät man in ernsthafte Schwierigkeiten", erklärte Charles Paton von der University of St. Andrews, einer der Ig-Nobelpreisträger für Biologie. Die meisten Vögel wurden vom Menschen aufgezogen. Paxton vermutet, dass sich Sträuße daher mit Menschen identifizieren - auch bei der Werbung ...

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Chris McManus vom University College London erhielt den Ig-Nobelpreis für Medizin für die Lösung eines Langzeit-Themas: Die Hodenasymmetrie bei Männern und bei antiken Skulpturen. McManus untersuchte 107 anatomisch korrekte männliche Statuen. Dies vor dem Hintergrund, dass ein Kunsthistoriker im 18. Jahrhundert behauptete: Bei Statuen ist der linke Hoden immer größer als in der Natur. McManus musste dem Historiker im Fall der Statuen Recht geben - anders als im natürlichen Fall ...

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Ein wenig höher setzte dagegen Karl Kruszelnicki von der Universität Sydney an. Seine Forschungen brachten Licht in ein altes Menschheitsproblem: Warum, wie, bei wem und wie stark sammeln sich eigentlich Flusen im Bauchnabel? Die umfassende und praxisnahe Erörterung erhielt den Preis für interdisziplinäre Forschung.

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Der diesjährige Mathematik-Preis ging an Kannoth Sreekumar und Kollegen von der Kerala Agricultural University, die sich bemühten, die genaue Oberfläche indischer Elefanten zu bestimmen.

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Wichtig scheint auch die Forschung einer internationalen Ökonomen- Gruppe zu sein, die die Anwendung imaginärer Zahlen der Mathematik auf die Geschäftswelt überprüfte - vielleicht angesichts imaginärer Geschäftsberichte amerikanischer Großunternehmen sogar eine überfällige Wissenschaft, für die jedenfalls der Ig-Nobelpreis für Wirtschaft vergeben wurde.

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Viele preisgekrönte Anstrengungen zielten unmittelbar auf die Praxis: so wurde der Preis für Chemie für die Konstruktion einer Periodentafel der Elemente vergeben, auf die man auch Bier und Cracker abstellen kann.

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Der deutsche Physiker Arnd Leike von der Universität München ging einen Schritt weiter: Für seine im Jänner im "European Journal of Physics" veröffentlichte Demonstration der Zerfallsgesetze am Beispiel des Bierschaums erhielt er den Ig-Nobelpreis für Physik. Er bewies, dass die Bierkrone einem exponenziellen Zerfallsgesetz folgt.

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Ein Höhepunkt der Preisvergabe war selbstverständlich die Vergabe des Friedenspreises. In diesem Jahr richteten die Juroren ihr Auge auf das Konfliktfeld zwischen Mensch und Tier: Der Preis ging für "die Förderung der Verständigung zwischen den Spezies" an japanische Forscher, die das Computerprogramm "Bow-Lingual" entwickelt hatten. Es übersetzt das Bellen der Hunde simultan in einfache Sprache.

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Die Verleihung ist übrigens trotz des Namens der "Trophäe" keineswegs als Schande zu empfinden. Jedes Jahr kommen fast alle Geehrten zur Verleihung nach Boston und erhalten ihre Preise dort auch von echten Nobelpreisträgern (in diesem Jahr waren dies unter anderem Dudley Herschbach, William Lipscomb und Richard Roberts).
(APA/red)

Detaillierte Informationen auf der Ig Nobel Home Page

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London - Die "Antinobelpreise" 2002 (bzw. "Ig-Nobelpreise" als Wortspiel mit engl. "ignoble" = "schmachvoll") stehen fest. Die Preise für besonders unehrenhafte wissenschaftliche Leistungen, die nicht zu wiederholen sind bzw. nicht wiederholt werden sollten, wurden wie immer vom Humormagazin "Annals of Improbable Research" in den Räumlichkeiten der Harvard University verliehen. Ausgezeichnet wurde u.a. die Erforschung, warum verliebte Sträuße in der Aufzucht versagen, ein japanischer Hundegebell-Übersetzer, die Arbeiten an der Hoden-Asymmetrie bei Männern und in der Bildhauerei, berichtet das Fachblatt New Scientist am Freitag. Alles andere als lustig war laut den Ig-Preisträgern die Nachforschung, warum das Federvieh einer britischen Straußfarm keine Jungen hatte. "Man würde nicht mit einem liebeshungrigen Strauß in einem Stall stehen wollen, denn wenn das Tier versucht, auf einen steigen zu wollen, gerät man in ernsthafte Schwierigkeiten", erklärte Charles Paton von der University of St. Andrews, einer der Ig-Nobelpreisträger für Biologie. Die meisten Vögel wurden vom Menschen aufgezogen. Paxton vermutet, dass sich Sträuße daher bei der Werbung des Partner mit Menschen identifizieren. Allerdings konnte dies nicht mehr weiter untersucht werden, da die britische Straußindustrie vorher zusammenbrach. Links oder rechts? Chris McManus vom University College London erhielt den Ig-Nobelpreis für Medizin für die Lösung eines Langzeit-Themas: Die Hodenasymmetrie bei Männern und bei antiken Skulpturen. McManus untersuchte 107 anatomisch korrekte männliche Statuen. Dies vor dem Hintergrund, dass ein Kunsthistoriker im 18. Jahrhundert behauptete: Bei Statuen ist der linke Hoden immer größer als in der Natur. McManus musste dem Historiker in dem Fall Recht geben, dass bei den meisten Statuen tatsächlich der linke Hoden größer ist. Falsch liege der Historiker im natürlichen Fall: Bei Männern ist gewöhnlich der rechte Hoden größer. Kannoth Sreekumar von der Kerala Agricultural University in Indien erhielt den Ig-Nobelpreis für Mathematik. Er schätzte die Gesamtoberfläche bei indischen Elefanten. Den Ig-Nobelpreis für Physik erhielt Arnd Leike von der Universität München. Er bewies, dass die Bierkrone einem exponenziellen Zerfallsgesetz folgt.