Preßburg - Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Zweiten Weltkrieg entschädigt die Regierung in Preßburg die slowakischen Juden für die erlittene Verfolgung. Ministerpräsident Mikulas Dzurinda und der Präsident der Vereinigung jüdischer Gemeinden, Frantisek Alexander, gründeten am Mittwoch eine Stiftung, die den zwischen 1939 und 1944 verfolgten slowakischen Juden einmalig umgerechnet 20,4 Millionen Euro auszahlen soll. Die Einigung zeige "unsere politischen Überzeugungen" und verschaffe "den Opfern der Holocaust-Tragödie eine moralische Genugtuung", sagte Dzurinda. Auch Alexander äußerte sich zufrieden. Das Geld soll dem Erhalt von Synagogen und Friedhöfen zugute kommen.Alte Regierung der Slowakei hat Regelung im Vormonat beschlossen Dzurindas altes Kabinett, das in der kommenden Woche voraussichtlich durch eine neue Regierung unter demselben Ministerpräsidenten abgelöst wird, hatte die Entschädigungsregelung auf seiner letzten Sitzung vor der Parlamentswahl im September beschlossen. Im Zweiten Weltkrieg hatte die damalige faschistische Regierung von Jozef Tiso mit den Nationalsozialisten kollaboriert. Mehr als 70.000 jüdische Slowaken wurden deportiert und starben in Konzentrationslagern. Während 1939 zwischen 120.000 und 135.000 Juden in der Slowakei lebten, beläuft sich ihre Zahl heute auf etwa 3000. (APA/AFP