Paris/Sanaa - Nach Einschätzung des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac handelt es sich bei der Explosion auf dem französischen Tanker "Limburg" um einen Terroranschlag. "Es mehren sich die Indizien, die einen Terroranschlag wahrscheinlich erscheinen lassen", sagte die Sprecherin des Präsidenten am Freitag in Paris. Falls sich diese Hypothese bewahrheite, erwarte der Präsident von der Regierung des Jemen, "alles zu tun, um die Täter zu identifizieren und zu bestrafen".Überreste stammen von einem anderen Boot Die Regierung in Sanaa rückte von ihrer Unfallthese ab. Das jemenitische Transportministerium räumte nun ein, dass es sich bei den von den Ermittlern am Tatort entdeckten Fiberglas-Wrackteilen definitiv nicht um Teile der "Limburg", sondern um Überreste eines anderen Bootes handelt. Am Freitag startete von Mukalla aus erneut ein 18-köpfiges Ermittlerteam in Richtung des Schiffes, das rund 28 Kilometer von der Küste entfernt liegt. Keine Bestätigung des Bekennerschreibens Ein Sprecher der französischen Regierung äußerte sich distanziert zu dem Bekennerschreiben der jemenitischen Islamistengruppe "Islamische Armee von Aden". Es gebe bisher "keinen praktischen Hinweis für eine Bestätigung dieses Bekennerschreibens", sagte er. Gleichzeitig würde mit Reedereien über die Verstärkung von Sicherheitsmaßnahmen für Tanker beraten. Nach Angaben der französischen Verteidigungsministerin Michele Alliot-Maries hatten es die Terroristen auf eine amerikanische Fregatte abgesehen. Sozusagen irrtümlich habe es den französischen Tanker getroffen. In dem Bekennerschreiben werde der Tanker als ein Versorgungsschiff der amerikanischen Flotte oder westlicher Schiffe bezeichnet. (APA)