Frankfurt/Main - Bei den Ermittlungen gegen mutmaßliche islamistische Terroristen hat die deutsche Bundesanwaltschaft maßgeblich von den Aussagen des jordanischen Zeugen Shadi A. profitiert. So führte dessen Aussagen nicht nur am Donnerstag zur Festnahme des mutmaßlichen Terrorhelfers Abdelghani Mzoudi, sondern bestätigte auch die Ausführungen des im Zusammenhang mit dem Attentat auf der tunesischen Insel Djerba verdächtigten Deutschen Christian G., wie die Bundesanwaltschaft am Samstag bestätigte. Shadi A., der selbst im Verdacht steht, der islamistischen Vereinigung El Tawhid anzugehören, hatte angegeben, Mzoudi im Sommer 2000 in einem Trainingscamp im afghanischen Kandahar kennen gelernt zu haben, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtete. Mzoudi sei in dem Lager militärisch ausgebildet worden und habe einer Clique von etwa zehn Männern angehört, die allesamt in Deutschland studiert hätten. An die Namen der Männer könne er sich jedoch nicht erinnern, schreibt die Zeitung. Außerdem behaupte A., dass sich in dem Lager fünf Deutsche aufgehalten hätten, darunter der zum Islam konvertierte Christian G., gegen den seit dem Attentat von Djerba ermittelt wird. "Der Beschuldigte Christian G. hat den Behörden seine Aufenthalte und Aktivitäten in Afghanistan ausführlich geschildert und der Zeuge Shadi A. hat diese Aussagen weitgehend bestätigt", erklärte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Kathrin Scheuten. Über Einzelheiten der Ermittlungen machte sie keine Angaben. Der aus Duisburg stammende G. habe in Afghanistan Hasspredigten von Osama bin Laden für das Internet bearbeitet, schreibt der "Focus". G. habe dabei angeblich engste Kontakte zum direkten Umfeld von Bin Laden gepflegt. Nach Informationen der "Süddeutschen" räumte G. bei Vernehmungen sogar fünf Afghanistan-Aufenthalte sowie mehrere Treffen mit Bin Laden ein. Außerdem habe er in Afghanistan den Djerba-Attentäter Nizar Ben Mohammed Nawar kennen gelernt. Allerdings bestreite er eine Mitgliedschaft bei El Kaida oder eine Verstrickung in den Anschlag von Djerba, bei dem im April 19 Menschen ums Leben kamen. (APA)