Bild nicht mehr verfügbar.

Aktivisten der Umweltorganisation "Global 2000" hatten im Vorjahr einen fünf Tonnen schweren Maisberg infolge des britischen Genskandals am Ballhausplatz abgeladen.

reuters/schuh
Wien/Luxemburg/Brüssel - Eine Petition gegen gentechnische Verureinigungen haben 300 europäische Umwelt-, Bauern- und Konsumentenschutz-Organisationen mit insgesamt mehr als 25 Millionen Mitgliedern am Freitag den zuständigen EU-Kommissaren in Luxemburg übergeben. Franz Fischler (Landwirtschaft) und David Byrne (Gesundheits- und Konsumentenschutz) werden darin - Titel: "Save Our Seeds!" - aufgefordert, die Reinheit europäischen Saatguts vorzuschreiben, hieß es in einer Greenpeace-Aussendung. Wenn der derzeit vorliegende Entwurf der Saatgut-Verordnung beschlossen wird, darf dieses in der EU ohne entsprechende Kennzeichnung im Ausmaß von 0,3 bis 0,7 Prozent gentechnisch verunreinigt sein, erklärten die Umweltschützer. Eine Obergrenze für den Gentech-Anteil in prinzipiell nicht genmanipulierten Saatgut-Sorten, ab dem das Produkt vom Markt genommen werden muss, sei nicht vorgesehen. Dieses "Verschmutzungsregime" würde zu einer großflächigen Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in Europa führen, hieß es: Etwa 7.000 Millionen gentechnisch veränderter Pflanzen könnten so Jahr für Jahr von europäischen Bauern unbewusst angepflanzt werden. "Die EU-Kommission ist drauf und dran, der Gentech-Industrie die Lizenz zum Verunreinigen der europäischen Landwirtschaft zu geben, obwohl die überwiegende Mehrzahl der Konsumenten und Bauern Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen", so Benedikt Härlin, Initiator der Petition. Molterer will Gentechnik-Moratorium Bis eine "zufriedenstellende Rechtsgrundlage" in der EU für die Zulassung gentechnisch veränderter Organismen (GMO) beschlossen ist, will Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer (VP) das geltende Moratorium für gentechnisch veränderte Produkte verlängert sehen. Ein solches politisches Moratorium gelte derzeit außer in Österreich in Frankreich, Belgien, Luxemburg, Italien, Griechenland und Dänemark, sagte der Minister am Montag am Rande des EU-Agrarrates in Luxemburg zu Journalisten. Auch die EU-Kommission habe "hohes Interesse" an einer gemeinschaftlich einheitlichen Vorgangsweise, sagte Molterer. Allerdings seien nicht alle Staaten dieser Auffassung, räumte er ein. Die EU-Kommission hat vorerst die Neuzulassung gentechnisch veränderter Produkte ausgesetzt. Auch zur Agrarreform habe sich die Haltung Österreichs nicht geändert, sagte Molterer. Österreich sei für die Staffelung der Direktzahlungen, aber differenzierter als von der EU-Kommission vorgeschlagen. Auch kann sich Molterer die Umschichtung von Geldern von den Direktzahlungen in die ländliche Entwicklung vorstellen, aber nur, wenn im Bereich der Marktordnung und Quoten die Situation der Bauern gestärkt wird. Österreich tritt daher auch die Verlängerung der Milchquote nach 2008 ein. Sehr wichtig sei auch der Außenschutz der EU im Bereich Landwirtschaft. (APA)