Wien/Luxemburg - Eine Petition gegen gentechnische Verureinigungen haben 300 europäische Umwelt-, Bauern- und Konsumentenschutz-Organisationen mit insgesamt mehr als 25 Millionen Mitgliedern den zuständigen EU-Kommissaren in Luxemburg übergeben. Franz Fischler (Landwirtschaft) und David Byrne (Gesundheits- und Konsumentenschutz) werden darin - Titel: "Save Our Seeds!" - aufgefordert, die Reinheit europäischen Saatguts vorzuschreiben, hieß es in einer Greenpeace-Aussendung. Wenn der derzeit vorliegende Entwurf der Saatgut-Verordnung beschlossen wird, darf dieses in der EU ohne entsprechende Kennzeichnung im Ausmaß von 0,3 bis 0,7 Prozent gentechnisch verunreinigt sein, erklärten die Umweltschützer. Eine Obergrenze für den Gentech-Anteil in prinzipiell nicht genmanipulierten Saatgut-Sorten, ab dem das Produkt vom Markt genommen werden muss, sei nicht vorgesehen. Dieses "Verschmutzungsregime" würde zu einer großflächigen Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen in Europa führen, hieß es: Etwa 7.000 Millionen gentechnisch veränderter Pflanzen könnten so Jahr für Jahr von europäischen Bauern unbewusst angepflanzt werden. "Die EU-Kommission ist drauf und dran, der Gentech-Industrie die Lizenz zum Verunreinigen der europäischen Landwirtschaft zu geben, obwohl die überwiegende Mehrzahl der Konsumenten und Bauern Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnen", so Benedikt Härlin, Initiator der Petition. (APA)