Foto: Hardy Müller
Wien - Mit dem dreiteiligen Flamenco-Programm Bolero gastiert das "Ballet Teatro Espanol de Rafael Aguilar" bis 3. November im Etablissement Ronacher. Ganz Maurice Ravels populärer, gleichnamiger Komposition entsprechend, präsentiert sich Aguilars "Bolero" als sinnlich rauschende Flamencoversion, in der die männlichen Stars wie Fernando Solano oder Francisco Guerrero ihre Virtuosität, flankiert vom in flammendes Rot gekleideten Damencorps, bestechend zum Einsatz bringen. Den Auftakt macht "El Rango", eine überaus expressive Choreografie für sechs Tänzerinnen, die Aguilar frei nach Federico García Lorcas Drama "Bernarda Albas Haus" geschaffen hat. "Suite Flamenca", der zweite Teil des Abends, kündigt sich als authentische Anthologie der wichtigsten Formen des spanischen Tanzes an: Zu sehen gibt es Alegrías, Seguiriyas, Peteneras, Bulerías und die rhythmisch komplizierten Farrucas. Begleitet wird dieses farbenprächtige Potpourri von traditionellen Gesängen, erstklassiger, live gespielter Flamenco-Musik und Jaleo, dem anfeuernden Händeklatschen. (DER STANDARD, Printausgabe, 15.10.2002)