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grafik: apa
Wien - Die Arbeitslosigkeit in Österreich wird auch im kommenden Jahr weiter steigen, ein Rückgang im Jahresvergleich sei erst im 4. Quartal zu erwarten, betonte der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Herbert Buchinger, bei einer Pressekonferenz anlässlich einer Tagung zum Thema "Qualifikationsbedarf der Zukunft" in der Wirtschaftskammer (WKÖ). Die von der Regierung beschlossenen Qualifizierungsprogramme können die drohende Rekordarbeitslosigkeit von 315.000 bis 320.000 Jobsuchende im kommenden Jänner nur dämpfen. Man werde sich bemühen, den Prognosewert am "unteren Ende" zu halten. "Wunder brauchen etwas länger" Qualifizierungsmaßnahmen, so Buchinger, haben eine Vorlaufzeit. Für kommenden Jänner sei der Start schon zu spät. "Wunder brauchen etwas länger". 315.000 bis 320.000 Arbeitslose bedeuten einen Zuwachs von rund 18.000 Arbeitslosen gegenüber dem vorangegangenen Jahr. Damit habe sich der Zuwachs aber bereits im Vergleich zu den vorangegangenen Monaten verflacht. Trotz hoher Arbeitslosigkeit sei, so Buchinger, mit einer Lücke bei qualifizierten Arbeitskräften zu rechnen. Aus diesem Grund seien auch die Sofortmaßnahmen der Regierung mit Schwerpunkt Qualifizierungsmaßnahmen zu begrüßen. Das Auffangnetz für Lehrstellen suchende Jugendliche wird von den angekündigten 3.000 Plätzen auf 3.400 aufgestockt. Lehrlinge, die keine Lehrstelle finden, können in Lehrgängen und Kursen einen Abschluss machen. Buchinger hofft, dass die Zahl der Lehrplätze in den Auffangnetzen auf 4.000 aufgestockt werden kann. In das Sonderprogramm für arbeitslose Jugendliche von 19 bis 24 Jahre sollen 9.000 Jobsuchende eingebunden werden. Insgesamt, so Buchinger, werde mit den Programmen 12.000 Jugendlichen die Chancen auf Qualifizierung gegeben. Steigender Bedarf Schwerpunkt der Qualifizierungsprogramme sind die Bereiche Gesundheits- und Pflegedienste, aber auch - trotz derzeit rückläufiger Nachfrage - die Bereiche IT und Kommunikationstechnologie. In diesen Branchen sei wieder mit einem steigenden Bedarf zu rechnen. Das Ausbildungsniveau bewegt sich von mittleren Qualifikationen abwärts. Um das angestrebte Ziel, nämlich 20 Prozent der Arbeitslosen in Kursen weiterzubilden, zu erreichen, seien allerdings noch über 58 Mill. Euro notwendig. WKÖ-Generalsekretär Christian Domany unterstrich die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung für den Standort- und Wettbewerbsfaktor der heimischen Wirtschaft. Er betonte, dass alle für eine Lehre geeigneten Jugendlichen heuer eine Lehrstelle bzw. Ausbildungsstelle in einem Lehrgang bekommen. "Niemand soll auf der Straße ohne Ausbildung übrig bleiben. Die Wirtschaftskammer versuche in einer umfassenden Lehrlingsoffensive möglichst viele zusätzliche Lehrstellen zu akquirieren und die Anzahl der vermittelten Lehrlinge deutlich zu steigern. (APA)