Wien - "Der Einbau von neuen Ölheizungen ist sicher nicht der richtige Weg - ich kann die Vorbehalte der Wiener Umweltstadträtin gegen Biomasse-Kleinanlagen überhaupt nicht nachvollziehen", reagierte am Donnerstag die SP-Umweltsprecherin Ulli Sima auf Aussagen der Wiener Umweltstadträtin Isabella Kossina (SP) im STANDARD.Kossina betonte am Donnerstag: "Ich setze mich ein für Biomasse, die gut und sauber ist - wie beim geplanten Biomasse-Großkraftwerk." Trotzdem blieb sie dabei: "Grundsätzlich sollen alte Ölheizungen durch Fernwärme-und Gasheizungen ersetzt werden. Aber wenn das nicht geht, ist im dichtverbauten Gebiet eine neue Ölheizung sinnvoller. Das tut sich doch kein Mensch an, dass er die Pellets die Stiegen hinauf schleppt, und dann kommt oben der Rauch heraus und es stinkt. Im Klimaschutzprogramm steht ja nicht, dass Öl verboten ist." Ulli Sima: "Ich bin mehr als verwundert. Das ist sicher nicht Linie der SPÖ." Rot-grüne Förderung Seitens des grünen Wiener Klubobmannes Christoph Chorherr hieß es zu Kossinas Aussagen: "Wir sind sehr verwundert, dass die Umweltstadträtin gegen eine Förderung von Biomasse-Kleinanlagen ist, die ihre Partei schon mit beschlossen hat." Wie DER STANDARD berichtete, wurde im September die gezielte Förderung von Biomasse-Kleinanlagen als rot-grünes Projekt umgesetzt. Diese im Wiener Bauausschuss beschlossene Förderung war Kossina bis Donnerstag nicht bekannt. Fritz Grillitsch, Präsident des Österreichischen Bauernbundes zu Kossina: "Die SPÖ torpediert den Klimaschutz", Biomasse sei die beste Umweltschutzmaßnahme. (frei, DER STANDARD Printausgabe 18.10.2002)