Krebszelle, die von Killerzellen umgeben ist.
Foto: Standard/Lennart Nilsson
Berlin - Wichtiger Fortschritt in der Krebsforschung: WissenschafterInnen vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin (MDC) haben durch ihre Arbeiten enthüllt, wie Warzenviren (Papillomaviren) gesunde Zellen in bösartige umpolen. Das ist bei Gebärmutterhalskrebs der Fall. 500.000 Frauen erkranken jährlich Jährlich erkranken weltweit rund 500.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Etwa 200.000 Frauen sterben jedes Jahr daran. Diese nach dem Brustkrebs zweithäufigste bösartige Erkrankung bei Frauen wird durch so genannte Papillomviren ausgelöst. Papillomviren sind Warzenviren, die in den meisten Fällen harmlos sind und lediglich Hautwarzen verursachen. Krebsauslösend sind jedoch unter anderem zwei Vertreter der Humanen Papillomviren (HPV), HPV 16 und 18. Protein ist schuld Schuld an der Krebsentstehung ist demnach ein körpereigener Eiweißstoff (Protein) des Menschen, das Nucleolin. Es spielt normalerweise bei der Zellteilung und anderen biologischen Vorgängen eine Rolle. In Zellen der Zervix, die mit HPV18 infiziert sind, bindet Nucleolin, wie die ForscherInnen herausgefunden haben, in einer bestimmten Phase der Zellteilung, der so genannten S-Phase, an Kontrollelemente des Virus und aktiviert dadurch zwei so genannte Onkogene (E6 und E7). Schlüsselrolle Es ist bekannt, dass das Erbgut von HPV18 in das Genom der Krebszellen integriert ist. Aus diesem Grund kann der körpereigene Eiweißstoff Nucleolin mit den Kontrollelementen des Virus interagieren. Die S-Phase ist ein Schlüsselprozess bei der Zellteilung im gesunden Organismus. Dabei verdoppelt sich der gesamte Chromosomensatz einer Zelle, damit die neu gebildete Zelle ebenfalls komplett ausgestattet ist. Die aktivierten viralen Onkogene hingegen sorgen dafür, dass sich die Körperzelle unaufhörlich teilt und die neue Zelle zur Krebszelle wird. Die Entstehung dieser Krebszellen ist ein mehrstufiger Prozess, bei dem Nucleolin eine Schlüsselrolle spielt. (APA)