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Hani Ramadan hat Steinigung "ehebrecherischer Frauen" befürwortet und Aids als "Strafe Gottes" bezeichnet.
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Genf - Der Schweizer Hani Ramadan, Direktor des Islamischen Zentrums in Genf und suspendierter Lehrer, will seinen Ausschluss vom Unterricht anfechten. Er beruft sich auf das Recht der freien Meinungsäußerung und will bis vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof gehen. Der Lehrer war am 11. Oktober aufgrund eines Artikels in der Zeitung "Le Monde" suspendiert worden. Er hatte darin die Steinigung "ehebrecherischer Frauen" befürwortet und Aids als "Strafe Gottes" bezeichnet. Ramadan verlange, dass er den Lehrerberuf weiterhin ausüben könne, sagte sein Anwalt Alain Farina am Dienstag. Er habe sich nicht in seiner Funktion als Lehrer geäußert. Die freie Meinungsäusserung sei ein Recht, das allen Bürgern zukomme. Im umstrittenen Artikel der französischen Zeitung werde außerdem daran erinnert, dass Ramadan kein Imam sei, kein religiöses Oberhaupt. Die Tatsache, dass er unterrichte, verletzte das Prinzip der Trennung zwischen Kirche und Staat nicht, erklärte der Anwalt. Wenn die Untersuchung zu seinem Ausschluss aus dem öffentlichen Unterricht führen sollte, werde Ramadan alle Rekursmöglichkeiten in Anspruch nehmen. In letzter Instanz werde er vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof klagen. (APA)